"Zukunft der Arbeit nach Corona" - die KAB-Fachtagung des Diözesanverbandes zur Bundestagswahl

"Zukunft der Arbeit nach Corona" - die Fachtagung des KAB-Diözesanverbandes Limburg

Kurz vor der Bundestagswahl führte der KAB Diözesanverband Limburg in bewährter Kooperation mit der Akademie Rabanus Maurus/ Haus am Dom Frankfurt am 11.9.2021 noch einmal eine breit aufgestellte Tagung durch.

Hochkarätige Vertreter aus Wissenschaft, Gewerkschaft, Theologie, Sozialverbandsarbeit kamen mit Bundestagskandidaten in die vertiefte Diskussion darüber, was Arbeitswelt, Gesellschaft, Bildung und Gemeinwesen jetzt brauchen, angesichts der durch Corona noch offensichtlicher gewordenen Umbrüche, Spaltungen und vielschichtigen Krisen.

Thomas Diekmann begrüßte seitens des Diözesanverbandes alle Anwesenden im Saal und an den Bildschirmen sehr herzlich. Er verdeutlichte, dass die Anliegen des heutigen Tages zentrale Themen der KAB aufnehmen und entfalten. 

Simon Reiners machte in seinem Impulsreferat die Punkte "Digitalisierung, Technologie, Homeoffice, Globalisierung/ Lieferkette, Arbeitslosigkeit/ Armut und Weitere als zentrale Themen, die die Entwicklung in und nach der Coronapandemie bestimmen werden aus. "Der Mensch und nicht die Ökonomie steht im Mittelunkt von Guter Arbeit", so Reiners. "Es hängt gesellschaftlich mehr ab von privater Sorgearbeit als von ökonomischer Sorge".

Unter dem Motto "Zukunft guter Arbeit" folgte daraufhin ein Podium mit den Vertretern aus Wissenschaft, Gewerkschaft, Theologie und Sozialverbandsarbeit. " Es gibt aktuell ein großer Schub der Mechanismen der Subjektivierung aufgrund Corona", so Prof. Kreutzer, "es wird durchnschnittlich 48 Min länger gearbeitet aufgrund Homeoffice. Eine Regulierung ist erforderlich und auch die umdeutung, welche Bedeutung Arbeit hat", so Kreutzer. Konrad Nagel-Strotmann von der KAB betonte: "Die voraussetzungen von Wirtschaft wird von denen geschaffen, die kein Geld dafür bekommen."Die sozialen Sicherungssysteme sind unabhängig zu machen von Erwerbsarbeit", so Nagel-Strotmann; "hier ist das Bedingungslose Grundeinkommen unverzichtbare Voraussetzung".  "Gute Tarife und Gesetzgebung sind die Voraussetzungen für Gute Arbeit", unterstrich der IG-Metaller Michael Gerst; "Es bedarf eines ökonomischen und ökologischen Umbaus, zugleich eine leistungsfähige wirtschaft und Ausbau von Rechten für Beschäftigten, wobei Kompromisse geschlossen werden müssen."

Nach dem Mittagessen startete dann die große Runde "Zukunft der Arbeit nach Corona" mit den Politikern und nochmals mit den Experten des Vormittags sowie unter starker Beteiligung der Gäste. Achim Kessler (Die Linke) fordert, dass die Privatieiserung der Sozialen Sicherungssystem zurückgefahren werden muss, setzt sich für die Bürgerversicherung in der GKV/GPV ein und macht sich starkt, dass alle Einkommen und Vermögen in die Finanzierung der Sozialen Sicherung einzubeziehen sind. Das Sockelgrundeinkommen ist für Stregmann-Kuhn (Bündnis 90/ Die Grünen) eine zentrale Forderung. Die Sachgrundlose Befristung müsse abgeschafft werden. Bezahlung von Sorgearbeit muss fair und würdig werden. Private KV sei nicht nicht abzuschaffen, aber mit einkommensabhängigen Beiträgen auszustatten. Der Kandidat der CDU, Axel Kaufmann, betonte, dass durch die Energiewende Arbeit geschaffen werde.Für kleine firmen sei mitbestimmung aber ein großer Aufwand. Gegen rechtsradikalismus seien starke gewerkschaften wichtig. Die Überwindung der Zweiklassenmedizin sei dringend.

"WERTvoll arbeiten - menschenwürdig statt prekär" heißt der neue Beschluss der KAB und es zeigte sich am heutigen tag, dass er genau die Zeichen der Zeit trifft. 

(c) Text und Fotos: Martin Mohr, KAB-Diözesansekretär Limburg

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