KAB Hochheim

Der Vorsitzende ist Thomas Diekmann.

Er ist unter 06146/846652 oder per Mail kab1907hochheim@arcor.de zu erreichen.
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Wir treffen uns jeden 2. Donnerstag im Monat um 20 Uhr im Küsterhaus St.Peter und Paul, Sondertermine oder Abweichungen werden in der Presse bekannt gegeben.

Geistliche Begleitung: Elke Lederer Tel.: 06416/8293722

Gründung

Bei der großen Anzahl von Arbeitern in der Stadt Hochheim war ein katholischer Arbeiterverein schon längst ein Bedürfnis gewesen. Man hat sich am 4. April 1907 im "Nassauer Hof" zu einem von H. Wilh. Haenlein angeregten Diskussionsabend eingefunden, in welchem Herr Arbeitersekretär Grafenberger (Wiesbaden) über die Entstehung der Gewerkschaften referierte. Da aber die Gründung einer christl. Gewerkschaft in Hochheim auf große Schwierigkeiten stieß, so erinnerte der Arbeitersekretär an den früheren Plan,einen kathol. Arbeiterverein zu gründen und schlug vor, nun jetzt die Gründung eines solchen in Angriff zu nehmen.Mit seltener Einmütigkeit stimmte man dem gemachten Vorschlag bei und in einer acht Tage später einberufenen Versammlung, in welcher Arbeiter, Arbeitgebe rund sonstige Interessenten erschienen waren, beschloß man die Gründung eines kathol. Arbeitervereins nachdem der aus Flörsheim erschienene Herr Schneider die Notwendigkeit eines solchen Vereins dargelegt hatte. Ein aus 5 Herren zusammengesetzter provisorischer Vorstand sollte dies weiter, in die Wege leiten, demgemäß fand nach einer zweimaligen Einladung durch die Ortsschelle am 21. April eine stark besuchte Arbeiterversammlung statt. Herr Arbeitersekretär Grafenberger schilderte noch einmal in schwungvoller Rede die Notwendigkeit der kath. Arbeitervereine und ihre Aufgaben und Ziele und es trugen sich 51 Mitglieder und 7 Ehrenmitglieder in die Einschreibliste ein. So war denn mit 58 Mitgliedern die Gründung am 21. April 1907 vollzogen. In einer Versammlung am 25.April wurde der definitive Vorstand gewählt. In dieser Versammlung sowie an den folgenden Tagen traten noch eine Anzahl Mitglieder bei, so daß die Zahl jetzt auf 74 gestiegen ist. Möge der katholische Arbeiterverein zu Hochheim unter Gottes Schutz sich immer mehr entfalten. Soweit auszugsweise aus dem noch gut erhaltenen ersten Protokollbuch des Vereins.

Geschichte

Entnommen den Aufzeichnungen im Protokollbuch. In den 3 Vorstandsitzungen im Gründungsjahr werden Vereinsangelegenheiten geregelt, wie: Anschaffung der Westd. Arbeiterzeitung, Entwurf der Statuten, Bestellung eines Vereinsdieners mit 20 Mark jährl. Vergütung, Druck von 150 Statuten und 3000 Monatsquittungen, Beschaffung von Vereinsabzeichen. Die Themen in 9 Vereinsversammlungen, gewöhnlich von knapp mehr als der Hälfte der aktiven Mitglieder besucht: "Materialismus als Weltanschauung","Der Arbeitsvertrag", "Volksbildung", "In der kath Kirche ist allein das Heil", "Einkommensteuergesetz", "Papsttum kulturfeindlich?". Referenten sind: Präses, Sekretär Grafenberger, Schneider, Flörsheim und 2 Mitglieder. In den Folgejahren entfaltete der Verein an jährlich 10 bis 12 Versammlungsabenden eine beachtliche Aktivität in Bezug auf die Schulung der Mitgliederin praktisch allen Lebensbereichen. Insbesondere die Sozialgesetzgebung, politische und religiöse Themen sowie Familienabende und die Teilnahme an pfarrlichen und überpfarrlichen Veranstaltungen wie auch an KAB-Bezirksveranstaltungen waren an der Tagesordnung. Auch eine sozialpolitische Bibliothek des Vereins wurde gegründet. Der Besuch der Zusammenkünfte ging von sehr gut bis schwach. Bis zum Jahre 1910 wuchs derVerein auf 109 Mitglieder an. Im Jahre 1911 wurde die Vereinsfahne geweiht und zahlreiche Mitglieder nahmen am Festzug des Katholikentages im August in Mainz teil. Die Aktivitäten des Vereins setzten sich bis zu den Kriegsjahren fort. 1914 wurde Pfarrer Herborn Ehrenpräses des Vereins. Bis dahin waren die jeweiligen Kapläne Vereinspräsides. In den Kriegsjahren1914 bis 1918 wurde neben den regelmäßigen Vereinsabenden auch ein reger Kontakt mit den Soldaten über Feldpostbriefe gepflegt und deren Familien betreut. Ende des Jahres 1919 hat der Verein 77 Mitglieder. Trotz reger Vereinsarbeit ging die Zahl der Mitglieder bis Ende 1931 auf 48 zurück. Wieviele Mitglieder in den Kriegsjahren gefallen oder in Gefangenschaft geraten sind, ist nicht bekannt. Das silberne Vereinsjubiläum im Jahre 1932 fiel mit der 200-Jahrfeier der Pfarrkirche zusammen. Neben der weltlichen Feier mit Ehrung der Vereinsgründer und Aufnahme der Neumitglieder fand entsprechend der schweren Zeit die Jubiläumsfeier ihren Abschluss mit der kirchlichen Feier. 1932 ist der Verein wieder auf 78 Mitglieder angewachsen. In diesem Jahr wurde das Reichskonkordat abgeschlossen und der Weiterbestand der Arbeitervereine bekannt gegeben. Die Vereinstätigkeit wird ungebrochen weitergeführt, jedoch werden die Eintragungen im Protokollbuch spärlicher. Von Anfang an wird jede Veranstaltung mit dem Gruß "Gott segne die christliche Arbeit" begonnen und auch beendet, wie auch in aller Regel bei den Veranstaltungen aus dem Vereinsliederbuch gesungen wird. Durchgängig in allen Jahren seit der Gründung nahm der Verein rege an allen Veranstaltungen des Bezirksverbandes Wiesbaden/Rheingau teil und unterstützte finanziell die Beibehaltung des Wiesbadener Sekretariates. Die letzte Eintragung im Protokollbuch lautet: Vorstandsitzung am 10. Dezember1937. Nach der in Durchschrift vorliegenden schriftlichen "Nachweisung" wird das Vermögen des Arbeitervereins am 11. Februar 1938 durch die Gendarmerie beschlagnahmt und der Verein lt. Mitteilung an das Bischöfl. Ordinariat am 11. Februar 1939 aufgelöst und die Vereinsfahne, beim Kassierer 13RM, 9 RM Zeitungsgelder und der Vereinsschrank ohne Inhalt beschlagnahmt. Durch die Bemühungen des Hochheimer Bürgermeisters Hans Wagner, des früheren Bezirksvorsitzenden der Kath. Arbeitervereine von Groß-Frankfurt und Gaujugendobmann der Kath. Werkjugend Rhein Main in Zusammenarbeit mit den früheren Vereinsmitgliedern Georg Sittel und Philipp Hartmann ist der Kath. Arbeiterverein im Rahmen eines Familienabends am 4. August1946 erstmals wieder ins Leben getreten. Der Direktor des Antoniushauses, Dr. Briefs, wird anstelle des aus Altersgründen nicht mehr fähigen früheren Pfarrers Herborn neuer Vereinspräses. Anstelle des erkrankten früheren Vorsitzenden Ziegler übernimmt Georg Sittel den Vorsitz. Der Präses behandelte in seinen Vorträgen vornehmlich den Marxismus und Bolschewismus sowie kirchengeschichtliche (die schlechten Päpste) undreligiöse Themen. Hans Wagner befasst sich in seinen Vorträgen in erster Linie mit den päpstlichen Sozialenzykliken, politischen und speziell den christlichen Arbeiternehmer in Familie, Beruf und Gesellschaft betreffenden Themen, mit denen er auch die Bildungsarbeit in der Hochheimer Kolpingsfamilie unterstützte. Die Versammlungen waren verhältnismäßig gut besucht, z. Tl. auch mit den Frauen, und ließen auch viel Raum für Diskussionen. Das 40-jährige Stiftungsfest wurde 1947 feierlich begangen mit Unterstützung einer Theatergruppe des Wiesbadener Arbeitervereins und der Flörsheimer KAB-Gesangsgruppe. Die Mitgliederzahl wuchst bis zum Jahr 1954 wieder auf 71 an. Anstelle des erkrankten Vorsitzenden Sittel wurde in der Generalversammlung 1954 Karlheinz Wagner zum Vorsitzenden gewählt. Bis 1955 stieg die Mitgliederzahl auf 75. In den Jahren 1955 bis 1957 bildete sich eine Arbeiterinnengruppe im Verein, die eigene Aktivität entwickelt. Nachdem zwei rührige Frauen weggezogen waren, schlief die Gruppe ein. Das 50-jährige Vereinsjubiläum 1957 gestaltete sich zu einem kulturellen Höhepunkt in der Stadt Hochheim und findet im Bezirksverband und darüber hinaus große Beachtung. In den folgenden Jahren wurde die Vereinsarbeit mit zeitweiligen Unterbrechungen infolge verstärkten Engagements der wenigen jungen Mitglieder in kirchlichen, sozialen und kommunalen Gremienfort gesetzt, ohne dass durch Werbung neue Mitglieder gewonnen werden konnten, zumal der Hang zur Kolpingsfamilie allgemein eine breitere Unterstützung findet. Mit dem Tod sowohl des Bezirksvorsitzenden im Februar 1960 wie auch des Vereinspräses Dr. Briefs im April des 1960 fehlen nun auch die Motoren, die das Vereinsschiff wieder hätten flott machen können. Da auch seitens des Bezirkes und von dem Frankfurter Bezirkssekretärk eine wirkungsvolle Unterstützung gegeben war oder gegeben werden konnte, schleppte sich der Verein mit zeitweiliger Unterstützung der Kapläne über unregelmäßige Treffen ohne festes Programm dahin, bis Anfang 1970 jegliche Vereinstätigkeit zum Ruhen kam. Lediglich der regelmäßige Besuch und die Betreuung der Mitglieder durch die Vertrauensmänner wurde weitergeführt, bis der Mitgliederstand von 75 im Jahre 1970 durch Tod, Wegzug oder Austritt bis 2000 auf 5 Mitglieder zurückgegangen war, die von dem vereinslosen, sogenannten Vorsitzenden selbst betreut werden.

Der Verein heute

Nach einem Besuch des Bezirkssekretärs Hans Gerd Arnold mit Thomas Diekmann am 12. Juli 1999 bei Wagner besteht die berechtigten Hoffnung, dass die Hochheimer KAB wieder Fuß fasst. Diekmann ist aktives KAB Mitglied und hat seinen Wohnsitz in Hochheim genommen. In diversen Pressemitteilungen hat sich KAB zu Wort gemeldet und in der Pfarrgemeinderatsitzung am 15. März 2000 hat sich die KAB, von Wagner und Diekmannvorgestellt, nach jahrzehntelanger Unterbrechung wieder zurückgemeldet."Gott sei Dank". Jede mir mögliche Unterstützung, ohne selbst wieder aktiv werden zu können, werde ich selbstverständlich der mir am Herzen liegenden KAB geben. Sobald sich eine ordentliche Gruppe von Mitgliedern (nachdem kürzlich 2 alte Mitglieder gestorben sind, sind wieder auf 10 Mitglieder Ende 2002 zu verzeichnen) gefestigt hat, wird ein neuer Vorsitzender gewählt und die Arbeit im gemeindlichen Bereich und im Verbund mit Bezirk und Diözese wieder normalisiert werden.