KAB Sossenheim

Der Vorsitzende ist Georg Wilke.

Er ist unter 069/341385 und georg.wilke@stadt-frankfurt.de zu erreichen.


1933-1945 Katholikenverfolgung in Sossenheim

Fronleichnamsprozession 1938 ohne Zuschauer mit Pfarrer Wassmann durch Alt-Sossenheim
Fronleichnamsprozession 1938 ohne Zuschauer mit Pfarrer Wassmann durch Alt-Sossenheim

Ein Artikel von Ass. Jur Heinz Hupfer, stellv. Vorsitzender der KAB Sossenheim und Sozial- und Rechtsberater der KAB Rhein-Main.

Sofort nach Machtübernahme 1933 begann das Dritte Reich die Verfolgung der Kirchen.
In Sossenheim waren Prozessionen wie Fronleichnam als Protestaktion gegen Partei, Führer und Reich nicht erwünscht und auf dem Foto 1931 zeigen sich noch viele Prozessionsteilnehmer am Straßenrand, 1938 liefen die Gläubigen fast allein durch die Straßen.
Konkrete Verfolgungsmaßnahmen waren z.B. … (Bitte hier weiterlesen)


Frühe Geschichte

1897 wurde im Rahmen der Freien Wohlfahrtspflege des 19. Jahrhunderts der Katholische Arbeiterverein als Vorläufer der KAB Sossenheim mit einer Kranken- und Sterbekasse gegründet. 1902 wurde ein Arbeiterverein in Sossenheim im Schematismus von Limburg ausgewiesen. 1904 hatte er laut KAB-Almanach 95 Mitglieder und eine Kranken- und Sterbekasse, Präses war Pfarrer Dr. Faust. 1911 gab es 107 Mitglieder und ein sehr reges Vereinsleben mit 7 Versammlungen, 8 Vorstandssitzungen und 2 Familienabenden. Krankenunterstützung wurde mit nur M 138 nicht viel beansprucht, wie die Sossenheimer Zeitung über die Generalversammlung schreibt. Dann folgte ein Rückgang auf 95 zumeist durch Todesfälle. Zum Rückgang hatten nach Auffassung des Pfarrers Englert auch Umstrukturierungen und die Neuwahl eines Präsidenten geführt, außerdem auch das schlechte Wahlergebnis für das Centrum. Es sollte eine Jugendabteilung eingerichtet werden. Im Jahr sind vier besondere religiöse Veranstaltungen. 12. Juli 1913 fand im Saal „Zur Rose“ zum 2. Mal in diesem Jahr eine große öffentliche Versammlung der katholischen Ziegeleiarbeiter unter ihrem Vorsitzenden Eschenauer statt. Präses des Vereins war Pfarrer Franz Englert. Am 19.11.1913, dem Fest der hl. Elisabeth, beschreibt 22.11.1913 die Sossenheimer Zeitung eine KAB-Familienfeier, die Pfarrer Englert eröffnete. Fräulein Juliane Kinkel schilderte in einem lehrreichen Vortrag das Elisabethenbild in Wagners Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“, rezitierte und sang klassische Stellen mit Begleitung ihres Bruders. In einem gesonderten Artikel stellen wir unser KAB-Mitglied Juliane Kinkel als Katholische Christin im Widerstand vor. 1930 waren es in Frankfurt-Sossenheim 76 Mitglieder. 1933-1945 traf sich der Verein unter Präses Pfarrer Wassmann nur noch „privat“. Die St Joseffahne (hl. Josef der Arbeiter KAB-Arbeiterverein-Fahne) und die Aloysiusfahne (hl. Aloysius von Gonzaga, Jesuit, Schutzheiliger der christlichen Jugend und Studenten, Fahne des katholischen Jünglingsvereins von 1906) wurden in der Kirche St Michael 14.02.1938 beschlagnahmt. Am 27.01.1939 verfügte GESTAPO Dr. Rasch die Auflösung der katholischen Arbeitervereine der Diözese Limburg samt Neben- und Untergliederungen mit Vermögensbeschlagnahme aufgrund § 1 der VO zum Schutz Volk und Staat 28.2. 1933. Und nach dem 2. Weltkrieg war der Verein 1953 auf dem Diözesantag der KAB in Limburg vertreten. Am 11.02.1980 stellte der KAB-Bezirkssekretär Rhein-Main fest, dass KAB Sossenheim mit Vereins-Nr. 7507 mit nur noch 3 Mitgliedern von der Vereinsliste zu streichen ist und die Mitglieder in die Bezirkssektion überführt werden.

Neugründung 

Im September 1995 wurde Albert Seelbach als Pfarrer in Sossenheim eingeführt. Mit dabei waren der Bezirkspräses Wolfgang Steinmetz, der damalige Bezirkssekretär Hans- Gerd Arnold und weitere KAB-Mitglieder, besonders solche, die mich noch aus der Zeit meiner CAJ-Arbeit in Frankfurt (1956 - 1962) kannten. Das machte mir Lust und Mut an die Gründung einer KAB zu denken, zumal die Gemeinde weitgehend von Arbeitnehmern (Höchst usw.) geprägt ist. Nachdem ich mich etwas in Sossenheim eingelebt hatte und die Situation einigermaßen kannte, überlegte ich erste Schritte. Am 18.6. 1997 schrieb ich einen Brief an Gemeindemitglieder, die ich durch Taufen, Erstkommunion und andere Begegnungen persönlich kannte und wo ich mir Interesse an der KAB erhoffte. Der PGR hatte den Schwerpunkt "Junge Familien" gewählt. Da knüpfte ich an und bot an, eine Gruppe der KAB zu gründen, bei deren Arbeit die Familie eine große Rolle spielt, z. B. durch die Teilnahme an Familienbildungsfreizeiten in Günne und durch Bildung von Familienkreisen. Ich fügte dem Brief KAB-Prospekte bei und bot weitere Informationen und Gespräche an. Ich bat um Antwort, ob bei den angeschriebenen Leuten Interesse besteht. Da kam nicht viel an Reaktion. Der Bezirksverband veranstaltete am 8.11.97 bei uns in Sossenheim eine Familienseminar mit dem Thema "Kindern Grenzen setzen". Es nahmen etwa 20 Personen teil. Eine Familie kam dadurch auch zur Familienbildungsfreizeit in Günne und 2 Personen wurden Mitglied, allerdings in Unterliederbach. Frau Elli Ratazzi, die in Sossenheim wohnt, gehört schon lange zur KAB Unterliederbach, kommt aber auch von Anfang an zu unserer Gruppe. Im März 1998 unternahm ich einen weiteren Versuch und lud zu einem Informationsabend ins Gemeindehaus ein. 10 Personen nahmen teil. Ich hielt einen Vortrag über die KAB. Ein zweiter Abend mit einem (leider gar nicht aktuellen) Video- Film über die KAB (Verbandstag usw.) fand im Mai statt. Bei weiteren Abenden bereiteten wir einen Sonntagsgottesdienst zur Werbung für die KAB vor, der am 13. September stattfand. Davon erhofften wir uns eigentlich den Durchbruch in der Gemeinde, aber leider blieben zum anschließenden Beisammensein (mit Grillen) nur wenig Leute da. Geholfen hat uns dabei auch das Ehepaar Günther aus Unterliederbach. Im Oktober 1998 nahm Frau Akberet Zeweldi mit ihren beiden Töchtern an der Familienbildungsfreizeit in Günne teil. Im Januar 1999 wurden Frau Dr. Hiltrud Fieger-Büschges und Herr Stefan Schäfer gemeinsam mit mir als Leitungsteam gewählt. Von da an fanden monatliche Treffen statt, bei denen mit dem KAB-Gebet begonnen wurde und meist eine Lebensbetrachtung oder das Lebendige Evangelium gemacht wurden. Im März nahmen mehrere von uns am Einkehrtag der KAB teil. Schließlich am 29.9. 1999 schritten wir zur Gründung der KAB in Sossenheim. Daran nahmen auch teil: Die Bezirksvorsitzende Elisabeth Steyer mit Ehemann, der Diözesanvorsitzende Andreas Mengelkamp und der Bezirkssekretär Klaus Schönberger und einige Interessierte, die noch nicht Mitglied waren. Mit 8 Mitgliedern (Ehepaar Büschges, Ehepaar Schäfer, Georg Wilke, Akberet Zeweldi, Erna Alter und Albert Seelbach) wählten wir einen kleinen Vorstand: Vorsitzende: Dr. Hiltrud Fieger-Büschges, Stellv. Vorsitzender: Georg Wilke, Kassierer und Schriftführer: Stefan Schäfer, Präses: Pfarrer Albert Seelbach. Wir einigten uns darauf, uns monatlich am dritten Donnerstag zu treffen und überlegten miteinander das Programm der nächsten Monate. Am 20. Oktober feierten wir die Gründung mit einer Tischmesse im Pfarrhaus, bei der auch die oben genannten Gäste und die Vorsitzende der kfd in Sossenheim, Frau Anneliese Feller teilnahmen. Das Thema war das Gleichnis vom Senfkorn.

Geschichte

Das Jahr 2000 begannen wir mit einer Veranstaltungsreihe "Kirche in der Großstadt" u.a. mit dem Thema Ökumene, dem Bericht des Arbeiterpriesters Thomas Schmidt über seine Erfahrungen, dem Thema Gewalt gegen Minderheiten und dem Bericht des Gefängnisseelsorgers Reinhold Philipp (Höchst). Regelmäßig gestalteten wir unsere Treffen auch als "Aktionskreis" entweder mit einer Lebensbetrachtung oder dem Lebendigen Evangelium. Vermutlich zeichnet das die KAB von Sossenheim aus, ebenso, dass wir ein eigenes Jahresthema haben. Die Lebensbetrachtung geschieht so, dass jeder Teilnehmer ein Erlebnis aus jüngster Zeit berichten kann. Gemeinsam wird dann eines davon (oder auch manchmal zwei) ausgewählt und nach dem Dreischritt "Sehen - urteilen - handeln" gründlich besprochen. Themen waren dabei z.B.: Mobbing, Erste Hilfe, Vorurteile gegenüber Menschen aus anderen Kulturen, Erziehung, Nachbarschaft und andere. Manchmal wurde das Thema in einer größeren Versammlung fortgesetzt und vertieft, z. B. das Thema Mobbing. Durch die Lebensbetrachtung werden die Mitglieder geschult. Besonders die Kräfte des Gemüts, des Verstandes und des Willens werden gestärkt, wenn man sich ernsthaft auf diese Methode einlässt. Das Jahr 2001 wurde eröffnet durch einen Gesprächsabend mit dem Diözesanpräses Ernst Leuninger über die Ziele der KAB. Weitere Programmelemente: - Besuch des Rhein-Main Flughafens und Gespräch mit dem Flughafenseelsorger, Pater Maader. - Unter dem Jahresthema "Arbeitswelt im Wandel - der Mensch im Mittelpunkt?" fanden Gesprächsabende zu den Themen "Mobbing", "Zukunft der Arbeit und Arbeit der Zukunft", "Einfluss der Arbeit auf Ehe und Familie", "Krankmachende und heilende Gottesbilder" statt. Etwa 5 Mitglieder nahmen an den Schulungen in Naurod zur Katholischen Soziallehre statt. Wir haben auch einen Gesprächskreis dazu begonnen, er ist aber nach 3 oder 4 Treffen ausgelaufen. Eine besondere Aktion führten wir am "Tag der Pfarrgemeinde" an Fronleichnam durch: Eine Tombola unter dem Motto "Gewinnen mit St. Michael", bei der Preise wie Kutschfahrt, Freikarten für Konzerte, Museum, Essen im Pfarrhaus, Wasserskifahrt und ähnliche "Events" zu gewinnen waren. Etwa 2700.- DM Erlös für Albanien konnte erzielt werden. Für 2002 haben wir das Jahresthema "Aktuelle Themen im Licht der katholischen Soziallehre" gewählt. Einzelthemen waren: "Überschuldung privater Haushalte und Schuldenberatung", "Zusammenleben mit Menschen aus anderen Kulturen" (mit dem zuständigen Stadtrat Dr. A. Magen und etwa 50 Teilnehmern), "Die Verantwortung der Christen für die Bewahrung der Schöpfung", "Besuch des Versandhauses Neckermann", "Leben in der Freundschaft mit Jesus". Regelmäßig haben wir auch Aktionskreis-Treffen gehabt. Das Jahr klang aus mit einem adventlichen Abend mit Pfarrer i.R. Lothar Zenetti "Weihnachte bei uns dehaam", der den etwa 50 Teilnehmern sehr gut gefiel.

Der Verein heute

Zur Zeit haben wir 33 Mitglieder, von denen allerdings 11 nicht in Sossenheim wohnen. Unsere erste Vorsitzende ist mit ihrer Familie nach Bingen gezogen. Unsere Ziele für das Jahr 2003 sind: - Gewinnung weiterer (junger) Mitglieder. - Die KAB als wichtige Gruppe in der Gemeinde profilieren. - Kontakte und Zusammenarbeit im Stadtteil. - Die Spiritualität der KAB leben. Für 2003 haben wir das Thema: "In Beziehung leben". Es geht u.a. um die Beziehung zu Gott (Glaubenskurs mit 8 Abenden), zur Gemeinde, zu Nachbarn, zur Familie, zu Mitmenschen aus anderen Kulturen und Religionen, zur Schöpfung.

Mitte 2017 konnte der stellvertretende Vorsitzenden der KAB Sossenheim Heinz Hupfer eine ehrenamtliche KAB Rechts- und Sozialberatung mit einer offenen Sprechstunde einmal wöchentlich dienstags von 16:30 bis 18:30 zusammen mit dem KAB Diözesansekretär Martin Mohr im Haus der Volksarbeit Frankfurt aufbauen. 2018 kam Frau Rechtsanwältin Britta Johannsen als weitere Volljuristin als ehrenamtliche Rechts- und Sozialberaterin hinzu. Inzwischen sind weit über 200 Beratungen meist als Sozialberatungen etwa mit Ausfüllhilfe SGB II-/Wohngeldanträgen im ersten Jahr durchgeführt worden. Für Klienten mussten Widersprüche eingelegt werden, Klagen bei Arbeits- und Sozialgerichten erhoben werden und die Rechte der Klienten auch mit Einstweiligen Anordnungen vor Sozialgericht verfolgt werden.