Solidaritätswort

Liebe Freunde,

um 12.30 Uhr haben wir das Solidaritätsschreiben Herrn Michael Klippel, dem Betriebsratsvorsitzenden von Sanofi-Aventis am Stand der IG BCE überreicht. 

Zuvor stand Herr Klippel auf der offiziellen Rednerbühne und erläuterte noch einmal die Situation: der für die Belegschaft nicht zumutbare Umgang der Firma Sanofi mit ihren Mitarbeitern. Zuerst wurden über 500 Leute angestellt, deren Anstellung jetzt gefährdet ist. Generell gehen heute durch befristete Anstellung einer ungewissen Zukunft entgegen, auf der man keine vernünftige Existenz aufbauen kann.

Auf dem ersten Fotos, die meine Frau Andrea gemacht hat, seht Ihr von links nach rechts den IG BCE-Sekretär Mick Chaleton (von hinten), den IG BCE-Sekretär Ralf Erkens, Georg Wilke, Michael Klippel und mich. Weitere Fotos will die IG BCE mir schicken. Die Meldung kann aber schon verbreitet werden.

Solidaritätswort

der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Bezirksverband Rhein-Main und der Betriebsseelsorge, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wer um seine Arbeit kämpft, braucht unsere Solidarität!

Zählt nur noch die Dividende? Nein! Mehr wert als jeder Euro ist der Mensch, der durch seine Arbeit zum Gewinn des Unternehmens beiträgt.

Mehr noch: Am Standort Höchst haben Sie als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine hohe Identifikation und Verantwortungsbewusstsein mit Ihrer Firma und für Ihren Arbeitsplatz gezeigt, jahrzehntelang, und das mit der festen Überzeugung, so die Arbeitsplätze und gar den Standort zu sichern.

Die schockierende Nachricht ging am 8. März 2017 durch die Medien: etwa 250 von 600 neu angestellten Beschäftigten sind nur befristet angestellt, diese sind jetzt betroffen und gehen einer unsicheren Zukunft entgegen. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bezirksverband Rhein-Main und die Betriebsseelsorge stehen auf der Seite dieser Betroffenen. Es ist schade um jeden Menschen, der sich bei Sanofi eine Zukunft erhofft hat, diese aber dort nicht mehr verwirklichen kann. Es soll nicht sein, dass hinter allen Entscheidungen der Mensch nicht mehr gesehen wird. Da werden Schicksale von Familien besiegelt. Auch Mitglieder der KAB sind immer wieder von drohenden Stellenabbauplänen betroffen und suchen nach Perspektiven für ihre eigene Zukunft und die ihres Werkes.

Der Bezirksvorstand der KAB Rhein-Main und die Betriebsseelsorge möchten alle Mitarbeiter*innen der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und alle betroffenen Menschen der Region in ihrem Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen durch ein Zeichen der Solidarität ermutigen und diese Menschen nicht im Stich lassen.

Zugleich appellieren wir an die Unternehmensleitung, noch entschiedener den Menschen zu sehen. Viele sind bis heute stolz darauf, zu einem solch großartigen Unternehmen zu gehören.

Der Mensch hat Vorfahrt. Motivierte und fair behandelte Mitarbeiter*innen machen gute Arbeit und sorgen mit dafür, dass Aufträge hereinkommen.

Der Mensch braucht dazu Arbeit, um in Eigenverantwortung sein Leben gut gestalten zu können.

Die Kolleginnen und Kollegen von Sanofi brauchen ihre Arbeit, aber zurzeit noch mehr unsere Solidarität in ihrem Kampf um die bedrohten Arbeitsplätze.

In diesem Sinne grüßen der Bezirksvorstand der KAB Rhein-Main und die Betriebsseelsorge im Namen ihrer Mitglieder die gesamte Belegschaft der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Wir wollen damit der betroffenen Belegschaft und ihrem Betriebsrat Mut machen für die nächsten Schritte.

Am Ende wünschen wir uns alle, möglichst viele Arbeitsplätze vor Ort erhalten zu können.

Diesen Text können Sie auch als PDF hier herunterladen.


Besuch bei der Firma Merck

Besuch der Firma Merck in Darmstadt

Es ist ein Anliegen der KAB und der Betriebsseelsorge, dass Seelsorge nicht nur in den kircheneigenen Räumen als Versammlung und Gebet gelebt wird, sondern es ist gerade unser Interesse, den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit zu erkennen und in jeder Lebenssituation ernst zu nehmen. Dazu gehört neben Familie, Freizeit, Ehrenamt und Gebet auch ein guter Arbeitsplatz.

Deshalb hat der Arbeitskreis „Nachhaltigkeit“ beschlossen, der Firma Merck einen Besuch abzustatten. Ergänzt durch weitere Mitglieder der KAB, die sich insbesondere mit der Situation des Arbeitnehmers bei der industriellen Entwicklung beschäftigen, die wir unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ kennen, fuhren wir am 9. Februar 2017 mit 9 Interessierten Personen nach Darmstadt. Weltweit beschäftigt Merck rund 50.000 Mitarbeiter in insgesamt 66 Ländern; allein an den Standorten Darmstadt und Gernsheim sind es rund 10.000. Das Unternehmen bildet jedes Jahr rund 170 Auszubildende in 16 verschiedenen Ausbildungsberufen und drei dualen Studiengängen aus. „Auf die Übernahmequote von 92 Prozent sind wir stolz", betonte das Unternehmen. Nach Abschluss der Ausbildung bietet Merck außerdem die unbefristete Übernahme an. Nach eigenen Angaben gehört Merck zu den weltweit besten Arbeitgebern – das wurde nun mit dem Zertifikat „Global Top Employer 2017“ offiziell bestätigt. Damit wurde gewürdigt, dass Merck ausgezeichnete Bedingungen für seine Mitarbeiter bietet, Talente fördert und sich für eine kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsverhältnisse einsetzt.

Im Eingangsbereich wurden wir freundlich empfangen. Anhand großer Schautafeln wurden uns die drei großen Unternehmenszweige „Healthcare", „Life Science" und „Performance Materials" vorgestellt. Im Verbund mit anderen Unternehmen weltweit werden Rohstoffe, halbfertige Produkte oder Endprodukte hin und her ge- oder verkauft und weiter verarbeitet.

Das Unternehmen hatte angefangen, als im Jahr 1668 Friedrich Jacob Merck die Engel-Apotheke übernahm, die es heute noch in Darmstadt gibt. Die Medikamente wurden damals in der Apotheke selbst hergestellt, später siedelte das Unternehmen an den nördlichen Rand der Stadt Darmstadt um.

Zur Produktpalette gehören verschreibungspflichtige Medikamente zur Behandlung von Darmkrebs, Kopf- und Halstumoren, multipler Sklerose, Unfruchtbarkeit, Wachstumshormonstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und Erkrankungen der Schilddrüse wie zum Beispiel deren Unter- oder Überfunktion. Das Sortiment von „Consumer Health“ umfasst verschreibungsfreie Präparate zur Linderung von Muskel-, Gelenk- und Rückenschmerzen, Schnupfen und Kopfschmerzen. Hinzu kommen probiotische Nahrungsergänzungsmittel, Vitamin C und Produkte mit Vitaminen, Mineral- und Nährstoffen, die die Gesundheit von Frauen während Schwangerschaft, Stillzeit und Menopause unterstützen. Ferner werden spezielle Diagnostika und Präparate für die spezifische Immuntherapie produziert, sowie Arzneimittel zur Behandlung von Krebs und entzündlichen Erkrankungen. „Life Science“ verfügt über eine breite Produkt- und Technologiepalette, die in der Erforschung, Entwicklung und Herstellung von chemischen und biotechnologischen Arzneimitteln sowie in Forschungs- und Anwendungslaboren arbeitet. Die Produktpalette von „Performance Materials“ umfasst Spezialchemikalien und funktionelle Materialien für die Branchen Unterhaltungselektronik, Beleuchtung, Photovoltaik, Drucktechnik, Lack- und Kunststoffindustrie sowie für Kosmetik und Lebensmittel. Beeindruckend waren die neusten Möglichkeiten, Kohlenstoff zum Leuchten zu bringen, ein Licht, das nicht wie bei den anorganischen LED-Leuchten nur punktuell leuchtet, sondern auf ganzer Fläche.

Nach der anschaulichen Erläuterung über die geschichtliche Entwicklung des Unternehmens und der Produktarten stiegen wir auf der anderen Straßenseite in einen Bus, der uns an markante Punkte des Werksgeländes brachte: wir bekamen Einblick in das Hochregallager, in dem viele Tausende Medikamente palettenweise auf Vorrat gehalten werden, um sie weltweit auf Abruf zu versenden. Das Lager wird vollautomatisch bedient und darf nur mit Atemschutz im Notfall betreten werden, denn bei Brandgefahr wird es in schnellster Zeit mit Kohlendioxid „geflutet“. Als Nächstes betrachteten wir die Herstellung von Tabletten in einem Raum, der absolut steril von außen getrennt nur durch eine Glasscheibe betrachtet werden konnte. Wenn sie von einem zum nächsten Medikament umgestellt werden, sind umfassende Reinigungsarbeiten notwendig, die oft genauso aufwendig sind wie die Herstellung der Tabletten selbst. Im Vorraum war eine historische Tablettenstanze ausgestellt.

Die Fahrt im Werksgelände ging weiter zu einem Besprechungsraum, in dem ein Vertreter des Betriebsrats, ein Experte für Kommunikationstechnik, unseren Fragen Rede und Antwort stand. Dabei spielten unsere Fragen nach der personellen Entwicklung des Unternehmens eine große Rolle. Er erzählte uns von dem angenehmen Betriebsklima, weil noch ca. 70 % des Unternehmens der Familie gehört, die etwa 200 Personen umfasst, agiert das Unternehmen nicht allein gewinnorientiert, sondern legt Wert auf gutes Personal und gute Zusammenarbeit. Den neuen Herausforderungen im Hinblick auf „Industrie 4.0“ stellt sich das Unternehmen durch zahlreiche Angebote der Fortbildung, auf die Ansprüche der weltweit vernetzten Kommunikation reagiert das Unternehmen durch Arbeitszeitkonten. Die Zeitverschiebungen werden im Rahmen der Möglichkeit durch „Gleitzeit“ kompensiert, Arbeitnehmer im Kommunikationsbereich können Arbeitsort und Arbeitszeit selbst gestalten, diese Flexibilität wird von den meisten Mitarbeitern geschätzt, aber sind dann auch für die Gestaltung ihrer Arbeitszeit selbst verantwortlich.

Alles in Allem gewannen wir einen positiven Eindruck. Hier wird nicht nur viel für neue Produkte, sondern auch für den Arbeitnehmer getan.

 

Der KAB-Arbeitskreis Nachhaltigkeit und die Betriebsseelsorge

Bernhard Czernek, Betriebsseelsorger


IGBCE lobt Engagement des KAB-Betriebsseelsorgers Bernhard Czernek

Bernhard Czernek

Frankfurt/Wiesbaden. Der Bezirksleiter der IGBCE Rhein-Main, Ralf Erkens, sprach dem KAB-Betriebsseelsorger Bernhard Czernek anlässlich einer Konferenz am 29.2.2016 seine hohe Anerkennung und Dank aus.

Zu einer gemeinsamen Konferenz mit Gedankenaustausch kamen die Mitglieder der „Arbeitnehmerkirche“ des Bezirksverbandes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Rhein-Main mit dem Bezirksvorstand der Gewerkschaft IGBCE zusammen. Die Konferenz fand am Montag, dem 29. Februar 2016 im IGBCE-Haus in Wiesbaden statt.

Dabei sprach der Bezirksleiter der IGBCE Rhein-Main, Ralf Erkens, dem engagierten KAB-Betriebsseelsorger Bernhard Czernek, seinen Dank und seine Anerkennung für dessen Einsatz für die Belegschaft der Sandoz Industrial Products GmbH am Standort im Industriepark Höchst aus. „Es lag auch wesentlich an Ihrem Engagement, dass der Betrieb nicht geschlossen wird“, sagte Erkens im vollbesetzten Konferenzraum, „für alle Beteiligten war und ist dies ein Erfolg“. Seine Würdigung schloss Erkens kurz und prägnant ab in dem er Bernhard Czernek zusprach: „Sie haben uns gut geholfen“.

Kirchenzeitung des Bistums Limburg "Der Sonntag" berichtet: 

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Betriebsseelsorge Industriepark Hoechst

Betriebsseelsorge

Seit über 40 Jahren gibt es den Beschluss der Würzburger Synode über Kirche und Arbeiterschaft und die damit in Verbindung stehende Einrichtung der Betriebsseelsorge in den einzelnen Diözesen. Es gehört zum Auftrag der Kirche, sich auch den Menschen in der Arbeitswelt zuzuwenden und mitzuhelfen, dass Arbeit so gestaltet wird, dass sie den Menschen in seiner Ganzheit sieht und ihnen beisteht.

In unserem Bistum ist in der Pfarrei St. Josef, Frankfurt-Höchst, eine Stelle als Betriebsseelsorge eingerichtet, die für die über 20000 Beschäftigten des Industrieparks Frankfurt-Höchst da ist.

Die Betriebsseelsorge hält über die Betriebsräte Kontakt zu allen Unternehmen des Industrieparks, ist aber auch für alle anderen Betriebe und Bereiche Ansprechpartner: für die Unternehmensleitungen, für die Belange in Pfarrei und Dekanat, für alle Bürgerinnen und Bürger in den westlichen Stadtteilen Frankfurts und darüber hinaus. Sie ist Mitglied in der Allianz für den arbeitsfreien Sonntag, sie arbeitet auf Stadtebene mit im Verein „Kirche für Arbeit e. V.“ und im Ausschuss „Kirche und Arbeitnehmer/-innen“ des Stadtsynodalrates. Sie steht bundesweit in Kontakt mit den Betriebsseelsorgern aller anderen Diözesen.

Mit den Arbeiterpriestern und der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) ist sie ein Standbein in der Seelsorge und Fürsorge für alle Menschen in der Arbeitswelt, im Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden, besonders für Benachteiligte.

 

Hier noch ein paar Infos:

http://www.st-josef-hoechst.de/286.html