„Digitaler Wandel“ und „Lamm Gottes“ in einem Atemzug?!

Diesem Spagat haben wir uns gestellt.Mit einem Tag an der Schnittstelle von Glauben und Politik.

Der KAB-Bezirk Rhein-Main hat das in diesem Jahr zu seinem Besinnungstag in der Österlichen Bußzeit gemacht.

Wir griffen ein typisches Muster der Bibel auf, das oft links liegen gelassen wird: die Verbindung zwischen persönlichem Alltag, Gestaltung des Gemeinwesens und Gottes befreiendem Einwirken, bildhaft festgemacht an Erfahrungen und Vorstellungen rund um das „Lamm“. Wir starteten mit „Digitalisierung aller Lebensbereiche“, „Arbeit 4.0“, … Was kommt da auf uns zu? Die einen reden von „Chancen und Risiken“, die anderen von „Fluch und Segen“. Alle sagen: Das gilt es zu gestalten.

Menschen, die sich Jesus Christus verbunden wissen, dem „Lamm Gottes“, können sich von ihm beatmen lassen: Mit uns, die ihn immer wieder feiern, fängt er neu an, diese Welt menschlich zu gestalten – wie schon vor 2000 Jahren. Aus Liebe, die dafür auch zum Tod bereit ist, ruft er auf zum Fest: Aufbruch zur „Befreiung 4.0“!

Wir pirschten uns zunächst an die konkreten Sachverhalte und Entwicklungen heran, die mit dem Begriff „Digitalisierung“ und mit dem Symbol „4.0“ gemeint sind. Wir haben gegoogelt und den Duden konsultiert, Ausschnitte aus Fernsehsendungen und aus Tageszeitungen angeschaut. Eigene Erfahrungen kamen zur Sprache. Wir wollten das Wesentliche erkennen: Wie verändert die Digitalisierung unsere Welt, die Arbeitswelt und unseren Alltag? Was ist da im Werden und wie stehen wir dazu und warum?

Die Skepsis gegenüber den Veränderungen „4.0“ war stärker ausgeprägt als die Freude über die neuen Möglichkeiten, die sich durch die Digitalisierung ergeben.

Nach der Mittagspause holten wir Luft und setzten neu an: Was hat das mit unserem Glauben zu tun? Wir schauten auf die Grunderfahrung Israels mit seinem Gott im Pascha mit dem „Lamm“, wie das Buch Exodus es darstellt. In unserer Sprache, in der wir üblicher Weise heutige Situationen und Abläufe benennen, beschrieben wir die Ausgangssituation der Israeliten in Ägypten: aufgezwungenes übermäßiges Plansoll – kaputtmachende Belastung – Beanspruchung all ihrer Zeit – Erfahrung, dass die eigenen Bedürfnisse und Grenzen nichts gelten – Sanktionen bei Nichterfüllung der auferlegten Pflicht – Verschärfungen nach Protest und Widerstand … also: Unfreiheit, Ausbeutung, Unterdrückung, Elend, Sklaverei, … Aussichtslosigkeit aller Bemühungen und aller Hoffnungen auf Verbesserung der Situation.

Als nächsten Schritt benannten wir in unserer Sprache die Veränderung ihrer Situation, wie sie dann – noch mitten in der elenden Situation – schon geschieht: Unverhofft kursiert unter ihnen das Wort: Schlachtet ein Lamm! Macht euch bereit zum Aufbruch! Gott ruft dazu auf. Er führt uns jetzt raus aus diesem Elend! – Das Wunder: Sie trauen tatsächlich dieser verrückten Botschaft. Sie feiern mit dem gebratenen Lamm ein gemeinsames Fest: Pessach / Pascha. Sie outen sich, bestärken einander mit dem Zeichen des Blutes an ihrer Tür. Und in der Tat: sie brechen auf! Befreiung! Später (Deuteronomium 7,8) beschreibt Mose es im Rückblick so: „… hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt und euch aus dem Sklavenhaus freigekauft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten. …“ „Freigekauft“? Womit hat Gott bezahlt? Etwa mit dem Lamm vom Pascha-Fest? Oder mit dem – angesichts der Halsstarrigkeit der Ägypter unvermeidlich gewordenen – Tod der Erstgeborenen bei den doch von ihm auch geliebten Ägyptern? Ein von Gott dargebrachtes Opfer? …

 

Ein Blick ins Neue Testament

Die Situation der Menschen im Palästina zur Zeit von Jesus hatte manche Ähnlichkeiten mit der Situation des alten Israel in Ägypten: Was war vom Weg in die Freiheit übrig geblieben? Nichts Rettendes oder Heilendes war von Gott zu spüren. Sogar Gott gegenüber war vom alten Glauben nur Angst vor ihm übriggeblieben und das Bewusstsein von nicht erfüllbaren Verpflichtungen. In Schuld und Elend sich mit der Hoffnung auf Veränderung, gar auf Glück Gott anzuvertrauen, galt schon nicht mehr wirklich als Glaube. Eigenes Recht einzufordern sogar als unschicklich (vgl. Lukas 18,1-8). Krankheiten und Armut, Schicksalsschläge und Benachteiligungen, Lähmendes und Besessenheit sollen die Menschen hinnehmen als Strafe von Gott für ihre Schuld. Aus dem Sabbat, dem Feiertag der Befreiung, ist ein Tag der Verbote geworden. „Glaubens“-Lehrer instrumentalisieren diese depressive Schicksalsergebenheit im Interesse des Erhalts ihrer Macht.

Da fängt Jesus neu an. Er setzt neue Maßstäbe für das Zusammenleben der Menschen und beansprucht dafür Gottes Autorität. Damit löst er einen Konflikt aus mit den „Mächtigen“. Dem weicht er nicht aus. Im Gegenteil: Er geht aufs Ganze. Er ist voll identifiziert mit dem göttlichen, befreienden Geist, den er verkörpert. Jesus setzt die Befreiung in Gang. Dass er bereit ist, dafür zu sterben, gibt seinem Zeugnis höchste Überzeugungskraft.

In stiller Einzelbeschäftigung, teils auch in Grüppchen, sichteten wir eine Zusammenstellung von 15 kompakten Bibeltexten (vor allem aus dem Lukas-Evangelium), die das genannte Phänomen exemplarisch erzählen. Es ging um die Fragen: Was verändert sich hier für Menschen durch ihre Begegnung mit Jesus? Und: Was hat Jesus da getan, dass er deswegen schließlich sterben muss?

Aus den entwickelten Antworten:

• Jesus hat den Menschen Gutes getan. Sie lassen sich ermutigen, Gott zu vertrauen. Sein Tun verärgert die Religionswächter und Ordnungshüter, die ihn dafür umbringen wollen. Sie sehen in seinem Tun eine Gotteslästerung.

• Jesus wendet sich den Armen, Leidenden und Ausgegrenzten zu und zeigt damit, wie Gott ist. Die Pharisäer und Schriftgelehrten halten ihr Gottesbild dagegen und halten die Menschen in ihrer Situation gefangen.

• Durch alle Texte zieht sich wie ein roter Faden das Bild von einem Gott, dem man vermeintlich Gutes tut durch Beachtung seiner Vorschriften und Riten. Das entspricht aber nicht dem Gott, für den Jesus steht. Sein Gott, der in jeglicher Hinsicht befreiend wirkt, stört das gängige Rechtssystem und macht alle unsicher, die nicht in ihm verwurzelt sind.

• Jesus bringt die gewachsene Gesellschaftsordnung durcheinander. Er macht sich zum „Anwalt“ der Armen und Sünder. Er bringt die Ausgestoßenen in die Gesellschaft zurück (zu Lukas 22,14-23). „… das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“

Eigenartig: Viele heutige Priester ändern an allen möglichen Stellen die im Messbuch vorgegebenen Formulierungen, aber niemand verändert ein Wort am „Agnus Dei“ und bei der Einladung zur Kommunion. Das Wort des Täufers Johannes (Johannes 1,29) vom „Lamm Gottes“ ist quasi ein Tabu, wenn auch eine „Black box“, über deren Bedeutung sich niemand mehr inne wird. Wir versuchten, dieses Wort neu zu verstehen: Was ist hier mit dem Wort „Sünde“ (in der Einzahlform – auch im „Agnus Dei“!) gemeint? Und was nimmt ER da von wem weg? Der Mensch „in der Sünde“: fern von Gott, von dem er sich absetzt. Sich näher auf Gott einzulassen, so fürchtet er, entfremdet ihn sich selbst. Wirklich wichtiges Positives, so sieht er, hat er von Gott weder erfahren noch zu erwarten. Alles, was ihm das Leben schwer macht, hat entweder mit Gott nichts zu tun oder es ist Gottes Strafe: „Womit hab‘ ich das verdient?!“ Jedenfalls hat Gott kein größeres Interesse an ihm, es sei denn, Gott wolle sein Mütchen an ihm kühlen. So gemeint, kommt das Wort „Sünde“ in der Bibel logischerweise nur in der Einzahlform vor.

„Selber schuld“ ist dabei nur die eine, weit verbreitet im traditionellen Glaubensverständnis einseitig überbetonte Gruppe von Ursachen. Vernachlässigt wird die andere, in der Bibel viel häufiger vertretene Sicht von der „Sünde“ der Welt, welche die Rahmenbedingungen für das Leben der Einzelnen wie der Gesellschaft beherrscht und denen zu entrinnen aussichtslos erscheint. Das Wort „Sünden“ (in der Mehrzahlform) bezeichnet in der Bibel etwas ganz Anderes: einzelnes Tun von Menschen, das negativ beurteilt wird. Diese Bedeutung des Wortes hat die Tradition ausgiebig bewahrt und gepflegt. Das moderne Wort „Geldbuße“ illustriert auch im Verständnis des Volksmunds, dass man für so gemeinte „Sünden“ „bezahlen“ muss: „Das wirst du mir büßen.“ Wenn die Bezahlung der Schulden vom Gläubiger anerkannt wird, hoffe ich, dass die Sanktionen, denen ich als Schuldner unterliege, enden werden: Entzug von Wertschätzung, Respekt und Liebe, Beschränkung oder Vorenthaltung der Anerkennung meiner Menschenwürde und meiner Rechte, einschränkende Maßnahmen für meine freie Entfaltung, …

Mehrfach verwendet die Bibel das Wort „Sünde“ (in für unsere Ohren irreführender Verkürzung) in diesem Sinne als „Strafe für eine Sünde“. Jesus, das „Lamm Gottes“, nimmt was von wem weg? Und was ist mit „hinwegnehmen“ gemeint? Auf Grund der Begegnung mit Jesus wird die eigentlich zu steinigende Ehebrecherin weder verurteilt noch hingerichtet. Sie wird für ihr unstreitig als Sünde gewertetes Verhalten nicht nach der bestehenden Rechtsordnung mit dem Tod bestraft, sondern sogar freigelassen. Dazu veranlasst Jesus das Gericht. Aus Verärgerung darüber und weil Jesus immer so handelt und redet, heben sie am Ende Steine auf, um jetzt Jesus zu steinigen (Johannes 8,59). (Was nie zu hören ist, weil in der Kirche immer nur kleine Häppchen verkündet werden und damit Zusammenhänge verloren gehen.) Er nimmt also von der Frau die Strafe, die ihr zukommt: „Geh!“ Extremfall der Befreiung! Und weil er sich mit ihr gleich gemacht hat, soll jetzt er ihre Strafe „verbüßen“. Solche befreiende Liebe, die Jesus bewusst lebt, ist ganz in Gottes Sinn. Mit diesem Willen des Vaters ist Jesus ganz eins, obwohl es ihn Kopf und Kragen kostet. Und das ist nur eines von den vielen Beispielen, wie Jesus mit allen, die an sich solche Zuwendung geschehen lassen („Fußwaschung“ – Vorsicht, Petrus!), nach dem Grundmuster des alttestamentlichen Pascha-Lammes und nach Gottes Willen das Zusammenleben der Menschen von neuem auf die alten Füße stellt. So wird er zu „Gottes Lamm“, das der Sünde der Welt „geopfert“ wird, damit sie entmachtet wird.

Jetzt sind und werden alle, die sich dazu bekennen, „freigekauft“ (vgl. 1 Petrus 1,18-19 und Offenbarung 14,3-4): Er zahlt mit seinem Leben – heute auch immer wieder in Gestalt derer, die, von seinem Geist beatmet, als „Glieder seines Leibes“ leben und handeln. Jahrelang hatte er mit seinem Liebeswerben sich selbst als Gottes neue Kraft den Menschen angedient, war er selbst als Gottes „message“ zur Welt gekommen. Jetzt, da „alles vollbracht“ war, ist er mit denen zu seinem letzten Abendmahl beisammen, die sich (eigentlich) zu ihm und zu seinem „neuen Weg“ (Apostelgeschichte 9,2) und zu seinem „Blut“, also seinem Tod, bekennen. Gemeinsam feiern sie das Pascha. Jesus hofft: „Begreift ihr?“ (Johannes 13,12)

Begreifen wir, was mit all seinem Tun eigentlich Gott in die Wege geleitet hat? Er sagt: Jetzt bin ich das Lamm, um dessen Blut es zu eurer Befreiung aus aller Sünde geht, in die sich die Welt hineingestürzt hat! Das ist der neue Bund, den Gott allen anbietet, die sich das so gefallen lassen wollen und deshalb (in ihrer Taufentscheidung) zustimmen! Und das vorab gefeierte Festessen mit dem Lamm am Gründonnerstag Abend bewahrheitet sich! Wie schon damals in Ägypten! Diese ungewohnte Sicht aus derlei ungewohnten Zusammenhängen bot einiges „Material“ zur Verdauung an. Im Raum lag eine provozierende Mischung von „Aha“ und von Befremdlichkeit.

Wie eröffnet dieses „Lamm Gottes“ einen Weg der Befreiung im digitalen Wandel? Ausgehend von unseren Hoffnungen und Sorgen und im Bewusstsein der eigenen Motivation zur Mitgestaltung der Zukunft – welche Türen öffnet da die Verbindung mit dem „Lamm Gottes“? Welche Schritte in welcher Richtung legen sich nahe?

Zur Vorbereitung auf den letzten Teil des Besinnungstages nahmen wir uns Zeit, in stiller Besinnung oder im Gespräch in kleiner Gruppe Ansatzpunkte für einen Weg zu suchen – angeregt durch konkretere Fragen:

• Welche Aspekte der Befreiung durch das „Lamm Gottes“ leuchten uns ein, so dass wir mit unserer Suche am liebsten an sie anknüpfen möchten? • Was aus all dem ist uns wichtig, wenn wir für den weiteren Weg unserer Welt der Zusage Gottes einen hohen Stellenwert einräumen, er wolle (durch Christus!) „die Sünde aus der Welt fortschaffen“?

• Was wünschen wir uns, dass Jesus von „uns“ nimmt? • Welche Wege sind geeignet, „das Lamm“ wie gemeint zu feiern und uns zu seinem „Blut“ zu bekennen?

• Wie können wir deutlicher verstehen, welche befreiende Botschaft hinsichtlich der fortschreitenden Digitalisierung unserer Welt sich uns hier anbietet?

• Wie kommen wir zu einem entschiedeneren Vertrauen auf die Botschaft? Das Fest mit dem Lamm Gottes, die Digitalisierung und unser Aufbruch

Nach der Kaffeepause erprobten wir uns auf der Zielgerade: Sehen wir einen einzuschlagenden Kurs? Maßstäbe für die Gestaltung des Weges? Schwerpunkte in der eigenen Beteiligung? Akzente auf Teilstrecken? Pflöcke zur Abgrenzung? Prioritäten für unsere Aufmerksamkeit? … Wo ergibt sich eine deutliche Gemeinsamkeit unter uns? Da solche Fragestellungen ziemlich fern von unseren alltäglichen Gewohnheiten liegen und es besonders schwierig ist, eine Vision von Anfang an zu entwickeln, setzten wir uns zunächst auseinander mit einer Vielzahl bereits öffentlich bekannt gewordener Stellungnahmen aus unterschiedlichen Interessenlagen.

Die Fragestellung dazu: Wenn wir uns an dem orientieren wollen, von welcher Art „Sünde“ und wozu das „Lamm Gottes“ uns befreien will, welche Gesichtspunkte aus den genannten Äußerungen erstreben dann auch wir vorrangig und welchen wollen wir uns entgegenstellen? Alle wählten aus dem Material aus, woran ihre persönliche Motivation sich gerne andockt. Sie entwickelten – teils einzeln, teils gemeinsam mit anderen – aus ihren Stellungnahmen dazu eigene Ansätze zu Antworten auf die im Raum stehenden Fragen.

Die hierfür ausliegenden Quellen kamen u.a. aus der Bundesregierung, aus wissenschaftlichen Untersuchungen im Auftrag von Gewerkschaften, aus dem kalifornischen Silicon Valley, aus der IHK Frankfurt, aus dem Arbeits- und Lesebuch der KAB „Zukunft der Arbeit. Arbeit 4.0, Digitalisierung und Menschenwürde“ (2018), aus der Kommission der katholischen Bischofskonferenzen in der EU COMECE, ….. Die Ergebnisse aus den Überlegungen wurden zusammengestellt und sortiert.

Bestrebungen, mit denen wir uns einverstanden sehen und die wir fördern:

• Digitalisierung und künstliche Intelligenz als Hilfe in der Medizin und bei der Erleichterung von Arbeitsprozessen

• Chancen für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

• Reduzierung des Individualverkehrs durch Home Office • Hilfen beim Rettungswesen und in Warnsystemen

• Der Mensch und seine Würde muss das maßgebliche Kriterium bleiben. Gefahren, denen wir begegnen wollen:

• Man gibt seine Selbstständigkeit auf.

• Der Erziehungs- und Bildungsauftrag zur „Menschwerdung“ hat Vorrang vor der Perfektionierung von „künstlicher Intelligenz“!

• Vertrauen in die Technik muss unterschieden werden von Vertrauen in den Menschen!

• Abhängigkeiten wachsen

• Ressourcenverbrauch gerät in neue Dimensionen

• Kontrolle geht verloren • Gesundheitliche Folgen: Stress, seelische Überforderung

• Mobbing

• Fehlinformationen

• Freizeitkiller

• Überwachungsstaat, lückenlose Überwachung, Einschränkung der persönlichen Freiheit

• Machtmissbrauch durch „digitale Elite“

• Machtkonzentration (Amazon)

• Erschwerung der Mitbestimmung

• Missbrauch der gesammelten Daten

Abschließende Wort-Gottes-Feier In der Lesung aus dem 2. Korintherbrief hörten wir den Aufruf des Apostels Paulus, der appelliert, uns nicht Christus entgegenzustellen, dessen Vater alle Sünde nicht „anrechnet“ und – ungeschmälert durch alle Schuld – für alle Menschen das „gute Leben“ will. Vielmehr sollten wir uns durch die Tatsache, dass er doch deswegen gerade für sich selbst den Tod hingenommen hat, mit diesem für uns so anstößig liebenden Gott versöhnen lassen.

Das anschließende Evangelium mit dem Gleichnis vom barmherzigen Vater, mit dessen Liebeswerben Jesus alle seine Gegner mit sich und seinem neuen Stil versöhnen will, versuchte ich in der Predigt in den Zusammenhang des Besinnungstages zu bringen.

Nach dem Lied „Atme in uns, Heiliger Geist“, frei formulierten Fürbitten und Vaterunser und dem kommunikativ miteinander geteilten Friedensgruß kam eine humorvolle Note in die Feier mit einer Satire aus dem Adventkalender 2018 von „Andere Zeiten“: „Jüngstes Gericht 4.0“. Darin bietet der Vertreter von Satanas Limited dem Weltenrichter ein digitales Programm an, mit dem höchst perfekt die Sündenbilanz jedes Menschen erfasst ist und ein sehr „gerechtes“ Urteil über ihn ermöglicht wäre. Mit kopfschüttelndem „Wir sind aber bestechlich; die Liebe hat uns im Griff“, nach dem Vater und Sohn sich in die Arme fallen, wird der Vertreter wieder verabschiedet. Unsere Schluss-Perspektive besangen wir mit dem Lied „Andere Lieder wollen wir singen“ samt einer für diesen Tag neu getexteten 4. Strophe: „Tief vernetzt in der digitalen Welt / atmen wir den Geist des Lebens. / Intelligent, wie ER uns schuf, / gestalten wir selbst das, was kommt.“

Pfarrer Rainer Petrak,                                                                           geistlicher Begleiter des KAB-Bezirksverbandes Rhein-Main


Gereimte Predigten in Fastnachtsgottesdiensten

Tosender Beifall nach der Predigt von Stefan Krenzer

In einer Vorabendmesse und mehreren sonntäglichen Eucharistiefeiern im Bezirksverband der KAB Rhein-Main und insbesondere der Pfarrei St. Margareta gab es am Wochenende gereimte Predigten . Der Anlass dazu war ein doppelter: Einerseits war Fastnachtssonntag, andererseits ist der 3. März in jedem Jahr der Gedenktag des „Internationalen Tag des freien Sonntags“. Dieser nimmt darauf Bezug, dass mit einem Edikt von Kaiser Konstantin im Jahr 321 n.Chr. der „Tag der Sonne“ – wie damals vom Kaiser formuliert – mit folgenden Worten zum arbeitsfreien Tag bestimmt wurde: „Alle Richter, Stadtbewohner und Gewerbetreibenden sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne ruhen." In der Predigt, in Gebeten und Meditationen wird das Thema der Sonntagsruhe in unserer Zeit aufgegriffen. „Mit Aussagen zum Sinn des Sonntags und Kritik an Lebenspraktiken, die dem grundgesetzlich garantierten Sonntagsschutz widersprechen, wurde für eine Sonntagspraxis geworben, die das Wohl des einzelnen Menschen in den Mittelpunkt stellt“ – so Pfarrer Albert Seelbach (Foto unten), ehem. KAB-Diözesanpräses und Leiter der Arbeitnehmerkirche / Ketteler-Forum, der die Texte geschrieben hatte.

 

(Text und Fotos: Andreas Mengelkamp, KAB Unterliederbach)


KAB protestiert gegen Portoerhöhung bei der Deutschen Post

   

Foto: newstopaktuell.wordpress.com   

Frankfurt/ Region Rhein-Main. Der Bezirksverband der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Rhein – Main protestiert aufs heftigste gegen die geplante Portoerhöhung der Deutschen Post. 

Dies wurde auf der jüngsten Bezirksausschuss-Sitzung des großen christlichen Sozialverbandes einstimmig beschlossen. „Dadurch werden die am Rande unserer Gesellschaft stehenden und vor allem viele Seniorinnen und Senioren hart betroffen sein“, mahnt der Seniorenbeauftragte des christlichen Sozialverbandes KAB, Bezirksverband Rhein-Main, Winfried Seifried „denn die eher besser Gestellten schreiben keine Briefe sondern benutzen andere Medien um zu kommunizieren“, so Seifried.

„Gerade Senioren, aber auch die sonst am Rande der Gesellschaft Stehenden, haben oft keine Möglichkeit, außer mit dem Brief zu kommunizieren“ so die KAB Rhein-Main: „Diese müssen des Öfteren auch Anträge, Formulare und sonstige Dokumente versenden, ergänzt der KAB-Seniorenbeauftragte Seifried, „und haben keine Möglichkeit dies über andere Kommunikationsmittel zu tun“. „Ihnen tut eine Porto Erhöhung weh wirklich sehr weh“, resümiert Winfried Seifried.

Der Bezirksverband der KAB Rhein-Main urteilt befürchtet, dass durch die Erhöhung des Briefportos wird so die Schere zwischen Arm und Reich wieder ein Stück größer wird Daher fordert die KAB Rhein-Main alle Verantwortlichen, unter anderem auch die Bundestagsabgeordneten des Rhein-Main-Gebietes auf, sich gegen diese Portoerhöhung einzusetzen .



Arbeit 4.0 – schöne neue Arbeitswelt?

Liebe Frauen und Männer der KAB,

in den letzten 12 Monaten hat der Bezirksverband der KAB Rhein-Main Präsens auf dem alljährlich stattfindenden Betriebsräteempfang der von der evangelischen Kirche veranstaltet wird gezeigt. Wir waren als Bezirksverband auch beim Mahl der Arbeit am Vorabend des 1. Mai vertreten, bei der die Stadt Frankfurt unter anderem die Mitglieder der Betriebs-und Personalräte sowie die beiden großen christlichen Kirchen, ihre Verbände und die Gewerkschaften zu Gast hatte. Ferner waren wir im Haus am Dom, anlässlich des Jubiläums 10 Jahre Katholische Akademie Rabanus-Maurus vertreten. Präsent waren wir auch beim Treffen der ACA hier in Frankfurt wegen der stattfindenden Sozialwahlen 2017, das unter dem Motto stand: Dreifach christlich, einfach menschlich, bei dem unter anderem auch Kolping und unsere evangelische Schwesterorganisation teilgenommen hat.

Beim diesjährigen hessischen Sozialforum waren wir wieder mit einem Info-Stand vertreten.Ein Schwerpunkt unserer politischen Arbeit ist das Tischparlament, das in diesem Jahr im Zeichen der Bundestagswahl im Haus Dom durchgeführt. Gastgeber war die Arbeitnehmerkirche unter der Leitung von Albert Seelbach.Die Arbeitnehmerkirche unterstützt auch die Arbeit der Betriebsseelsorge die von Bernhard Czernek durchgeführt wird. Auch die Mitarbeit in der Kirche der Arbeit und die Integrationsarbeit durch zahlreiche Info-und Themenabende ist in diesem Zusammenhang hervorzuheben. Weitere Veranstaltungen wie das jährliche Adventkonzert, Besinnungstage Erzählcafe usw. ergänzen die Arbeit der Arbeitnehmerkirche.Als Bezirksverband sind wir natürlich auch stolz auf unsere Arbeitskreise:Sonntagsschutz, Leitung Andreas Mengelkamp und Rainer Petrak, in diesem Zusammenhang möchte ich auf die juristischen Erfolge in diesem Jahr verweisen.Nachhaltigkeit, Leitung Josef May und Albert SeelbachInternationaler Arbeitskreis, Leitung Christian Vollbrecht

Ich möchte an dieser Stelle auch unserem Betriebsseelsorger, Bernhard Czernek für seine Arbeit innerhalb und außerhalb des Industriepark Höchst recht herzlich danken. Er hat viele Kontakte neu geknüpft insbesondere zu Betriebsräten, Gewerkschaften und Firmenleitungen, wobei dies nicht immer ganz einfach war. Deshalb ist es auch wichtig, dass nach seinen Ruhestand diese so wichtige Arbeit die er aufgebaut hat weitergeführt wird. Auch da muss es eine Lösung geben. Die Kirche muss in der Welt der Arbeit für die Menschen da sein.





Möbel-Braum und „Allianz“

Gemeinwohl. Transparenz. Respekt.

Möbel-Braum und „Allianz“-
Petrak im offenen Gespräch am Rand des Weinfestes


Bad Homburg, 30. Mai 2017. Nach Intervention der Allianz für den freien Sonntag hatte die Stadt Bad Homburg die Ladenöffnung am vergangenen Sonntag auf die Festmeile in der Innenstadt begrenzt. Die Taunus-Zeitung berichtete kritisch. Trotz Verbot hatte Möbelland Braum am Niederstedter Weg geöffnet. Unversehens ergab sich ein klärendes Gespräch.

Für das Stammhaus in der Kirdorfer Straße hatte Möbel Braum auf „Schau-Tag“ zurückgeschaltet. Allerdings nicht mit Wachpersonal, sondern regelwidrig begleitet durch die eigenen Beschäftigten. „Externe Sicherheitsleute achten nur darauf, dass keine Möbel hinausgetragen werden.“ Gegen Beschädigungen sei das Unternehmen so nicht gewappnet. So begründete es ein Angestellter gegenüber dem Besucher.

Und Braum’s neues aufstrebendes „Möbelland“ im Niederstedter Weg? „Ein ganzes Jahr lang habe ich alles darauf vorbereitet!“ sagt der Firmen-Inhaber Braum. Und das erste Signal der Stadt, dass er das in den Wind schreiben müsse, kam am Freitag.

Das Gespräch ergab sich zufällig. Rainer Petrak von der „Allianz für den freien Sonntag“, der am Freitag und Samstag in der Taunus-Zeitung gehörig sein Fett weg bekam, wollte es nun wissen. Sein Ausflug zum Weinfest führte ihn schnurstracks zum „Möbelland“. Dort liefen sich die beiden direkt in die Arme und ins Gespräch. Es war nicht zu übersehen, dass der Verkauf im vollen Gange war.


„Erlaubt“ wäre das ja eigentlich auch nach der Absprache mit den Kirchen gewesen. Aber die Stadt sah sich gezwungen, anders zu entscheiden. Im demokratischen Rechtsstaat hat solche Kungelei eben keinen Platz. Armer Möbel-Braum! Petrak: „Wenn wir das auch zur Anzeige bringen werden, Verständnis für ihn bringe ich sehr wohl auf: Wann wird endlich mal ein geschädigter Einzelhändler bei der Stadt Schadensersatz geltend machen! Ob eine Genehmigung zur Sonntagsöffnung legal ist oder illegal, darf nicht weiterhin „scheiß-egal“ sein! Diese vom Verfassungsschutz seinerzeit verfolgte Devise der Alt-68er darf doch nicht für das amtliche Handeln einer heutigen Stadtverwaltung zum Maßstab werden!“ Oder ob der Oberbürgermeister vielleicht sagen wolle, er habe das Recht nicht gekannt, das er bei der Freigabe des Sonntagsverkaufs zu befolgen hatte?

Braum stimmte „voll und ganz“ der Argumentation von Petrak zu, die dieser ihm auf der Linie der höchstrichterlichen Rechtsprechung mit Blick auf „Gemeinwohl“ und „Menschenwürde-nahe Grundrechte“ darlegte. Und Petrak klärte, dass der Einzelhandel für die „Allianz“ nicht „die Bösen“ seien. Natürlich sei es recht und billig, wenn ein Unternehmer sein wirtschaftliches Interesse verfolgt. Dass das nicht auf Kosten des Gemeinwohls gehe und weder zu Lasten von Beschäftigten noch von Kunden und zu keiner Verzerrung des Wettbewerbs führe, dafür gebe es Regeln, die den Rahmen abstecken. Und dass die in der Praxis eingehalten werden, darauf müsse die Stadt achten, statt selbst gegen die Regeln zu verstoßen.

Einig waren sich Braum und Petrak, dass sowohl bei der Gestaltung zukünftiger „verkaufsoffener Sonntage“ als auch bei der Aufarbeitung der problematischen Genehmigung für den vergangenen Sonntag Gemeinwohl, Transparenz und Respekt zu beachten seien.


Petrak hat sich beim Weinfest umgeschaut. Sein Fazit: „Für ein solches Fest eine rechtmäßige Freigabe der Sonntagsöffnung zu verfügen, wäre nun wirklich kein Kunststück gewesen. Warum nur kriegt die Stadt das aus eigener Kraft nicht hin?“ Da helfe es nicht, die zu beschimpfen und zu verleumden, die das Einhalten der Amtspflichten durch die Verantwortlichen einfordern.

Und Petrak wies darauf hin: Die Parteien wissen sehr wohl, warum sie auf den FDP-Zug nicht aufspringen, das Gesetz müsse geändert werden. Den letzten Verfechtern dieser „Idee“ hat am 17. Mai das Bundesverwaltungsgericht den Wind aus den Segeln genommen: Ein Landesgesetz mag vier Sonntagsöffnungen im Jahr ohne die Voraussetzung eines ausdrücklichen außerordentlichen "Anlasses" ermöglichen. Doch das ändere nichts: Auch dann müssen in jedem Einzelfall die verfassungsrechtlich gebotenen Merkmale eines gewichtigen „Sachgrunds“ gegeben sein! Ein Ausweg bestehe also nur darin, dass Stadtverwaltungen sich an geltendes Recht halten.





Hier ein interessantes Video vom Konzert: https://youtu.be/zgzw654NDh8


„Nachhaltig wirtschaften - gerecht teilen“

„Nachhaltig wirtschaften - gerecht teilen“

Bezirkstag des KAB-Bezirksverbandes  Rhein-Main befasste sich mit existenzieller Thematik

Wiesbaden/ Frankfurt. Beim Bezirkstag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) , Bezirksverband Rhein-Main im  kath. Pfarrzentrum St. Andreas in Wiesbaden referierte Bruder Stefan Federbusch OFM, Leiter des Exerzitienhauses Hofheim. 

Der christliche Sozialverband bringt sich mit einem starken Programmangebot und mit Kampagnen für soziale Gerechtigkeit in Politik, Kirche und Gesellschaft ein und lädt zum Mitmachen ein

Begonnen hat der Bezirkstag am Morgen mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Wiesbadener  St. Andreas-Kirche, der vom Geistlichen Begleiter des Bezirksverbandes, Pfarrer Rainer Petrak sowie Diakon Heinz Detering, Präses der KAB Wiesbaden, gehalten wurde. In der politischen Spiritualität der KAB im Gottesdienst wurde der Mensch als Subjekt seiner Arbeit in weltweiter Dimension thematisiert.

Bezirksvorsitzender Georg Wilke (Frankfurt-Sossenheim) und Peter Riedle, Vorsitzender des gastgebenden Ortsvereines Wiesbaden konnten im vollbesetzten Saal des Pfarrzentrums zahlreiche Delegierte des christlichen Sozialverbandes KAB und Ehrengäste aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet begrüßen. 

Als Einstieg in die Thematik stellte KAB-Diözesansekretär Martin Mohr (Limburg) die aktuelle Kampagne des christlichen Sozialverbandes KAB und dessen Jahresthema „Gut wirtschaften“ vor, in dem es ganz zentral um Kapitalismuskritik geht, verbunden mit der zentralen Forderung der katholischen Sozialllehre, den Mensch zum Mittelpunkt des Wirtschaftens zu machen.  

Im Anschluss referierte Bruder Stefan Federbusch, Mitglied in der Kommission Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung der Deutschen Franziskanerprovinz, zum Thema „Nachhaltig wirtschaften – gerecht und solidarisch teilen“. Für Federbusch ist es von hoher Bedeutung, Alternativen zum Wachstum der Wirtschaft zu schaffen: „An die Stelle von Abschöpfungs-, Bereicherungs- und Ausgrenzungsmechanismen der kapitalistischen Wirtschaftsweise treten kooperative, partizipative, solidarische und ökologisch nachhaltige Ordnungsstrukturen“, so die wesentlichen Forderungen Bruder Stefans. Es schloss sich eine leidenschaftliche Diskussion der Anwesenden mit dem Referenten an, indem vor allem konkrete Umsetzungsschritte hin zu einer in diesem Sinne „guten Wirtschaft“ debattiert wurde.

Am Nachmittag berichtete der Bezirksvorsitzende Georg Wilke über die Arbeit des zurückliegenden Jahres und hob darin die starke Präsenz und Mitgestaltung der KAB auf Veranstaltungen wie dem hessischen Sozialforum, der Stopp Ceta&TTIP-Demonstration am 17.9. auf dem Frankfurter Opernplatz mit einem Aktionsstand der KAB, mit über 100 Demonstrant*innen der KAB und einer vielbeachteten Rede des KAB-Diözesanvorsitzenden Thomas Diekmann. “Ein Schwerpunkt unserer politischen Arbeit ist das Tischparlament, das in diesem Jahr aufgrund der Kommunalwahlen in Frankfurt-Griesheim im Februar durchgeführt wurde“, setzte Wilke seinen Bericht weiter fort. Themen des Tischparlamentes, bei dem die Kandidati*innen befragt wurden, seien unter anderem „Nachhaltigkeit“, „Bezahlbarer Wohnraum“, Energie“ und „Arm und Reich“ gewesen.

Die bezirklichen Arbeitskreisleiter*innen berichteten wir folgt: „Internationale Zusammenarbeit“ (Christian Vollbrecht/ Kronberg), über die Mitwirkung beim „KAB-Weltnotwerk“ (www.weltnotwerk.org ) und von Kontakten zur Partnerbewegung MTC Brasilien. Aus dem Arbeitskreis „Senioren“ berichtete Wilfried Seifried (Frankfurt). Der Arbeitskreis „Nachhaltigkeit“ (Josef May, Wiesbaden) befasste sich im vergangenen Jahr im Rahmen der Gesamtthematik „Nachhaltig leben&arbeiten“ mit dem Thema „Wasser“ und unserem persönlichen „Wasser-Fußabruck“ zum Umgang mit dieser natürlichen Ressource.

Anhand einer Präsentation stellte der KAB-Experte dar, wie sich in naher Zukunft Kriege aufgrund der fortschreitenden weltweiten Wasserknappheit entwickeln können.

Gerade auch die „Arbeitnehmerkirche“/ „Kettelerforum“ unterstützt die KAB-Betriebsseelsorge tatkräftig und prägt die verbandliche Arbeit durch zahlreiche Themenabenden, Besinnungstage und dem Adventskonzert. Hervorzuheben ist auch die Arbeit des Arbeitskreises „Sonntagsschutz“ (Pfr. Rainer Petrak/Zeilsheim), der initiieren konnte, dass eine „Allianz für den freien Sonntag Frankfurt Rhein-Main“ gegründet wurde, mit dem Erfolg, dass durch eingereichte Klagen zwei Verkaufsoffene Sonntage (Buchmesse und Musikmesse) verhindert werden konnten. Auch aus der Arbeit der KAB-Betriebsseelsorge (Bernhard Czernek/Höchst), der über eine gedeihliche Kooperation mit der Gewerkschaft IGBCE zum Thema „Industrie 4.0“ berichten konnte, kamen erbauliche Erkenntnisse sowie aus dem Förderverein der KAB, Diözesanverband Limburg (Manfred Wörner/ Frankfurt). Er konnte über die Ermöglichung von Familienfreizeiten für sozial Benachteiligte berichten.

Der inhaltsreiche und zukunftsorientierte Bezirkstag schloss mit Ehrungen mit dem Alexander-Stein-Ehrenbrief, für die besonderen Verdienste für Rainer Petrak (Sonntagsschutz), und für Robert Hippert (langjährige kompetente Arbeit als Bezirkssekretär)sowie mit dem KAB-Bronzekreuz für besonderes Engagement für Marion Novatius, Peter-Joachim Riedle und Josef May.

Hier noch eine kleine Diashow zum Bezirkstag.

Durchgeführte Aktion seit dem letzten Bezirkstag findet Ihr hier.

 

 


Ohne Sonntag gibt´s nur noch Werktage

Ohne Sonntag gibt´s nur noch Werktage

Gründungsfest der "Allianz für den freien Sonntag Frankfurt Rhein Main" 
am 12. Juni 2016 - herzliche Einladung!


Der freie Sonntag ist ein Geschenk des Himmels, nicht nur für Christen, sondern für alle Menschen, die eine gemeinsame Pause vom Alltag brauchen: Um für den freien Sonntag in Politik und Gesellschaft zu kämpfen, hat sich im Rhein-Main-Gebiet eine Regionale Allianz für den freien Sonntag gegründet.
Initiiert wurde sie von Kirchen und Gewerkschaften zum Schutz des freien Sonntags.
Zum Gründungsfest laden die Veranstalter am Sonntag, 12. Juni 2016, um 11 Uhr in die Matthäuskirche, Friedrich-Ebert-Anlage 33, 60327 Frankfurt ein.

Im Anschluss an einen ökumenischen Gottesdienst gibt es einen Imbiss und Getränke, gute Ideen für freie Sonntage, fetziges Kabarett und eine Luftballon-Aktion – damit es nicht auf einmal nur noch Werktage gibt. Zu den Unterzeichnern der Gründungserklärung für den freien Sonntag gehören die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Frankfurt am Main, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Bezirksverband Rhein-Main, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Bezirk Frankfurt, das Evangelische Stadtdekanat Frankfurt, die Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken, die Katholische Betriebsseelsorge Frankfurt-Höchst und Kolping Bezirk Main-Taunus. 


Filmwoche im Neuen Theater in Frankfurt-Höchst

Einladung zur Filmwoche im Neuen Theater in Frankfurt-Höchst.

Im Zeitraum von 17.3. - 23.03.2016 findet im Neuen Theater in Frankfurt-Höchst eine hoch interessante Filmwoche statt. Den Spielplan sowie weitere Details zu den einzelnen Filmen erhalten Sie im anhängenden Flyer.

Wir wünschen gute Unterhaltung.


Tischparlament

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)
und die Arbeitnehmerkirche Ketteler-Forum
- in Zusammenarbeit mit der Kath. Akademie Rabanus Maurus Frankfurt a.M.-
laden ein zum „Tischparlament zur Kommunalwahl 2016“

am Mittwoch, 17. Febr.2016
Beginn:18.30 Uhr im Josefshaus
Gemeindezentrum Mariä Himmelfahrt in Frankfurt-Griesheim, Auf der Beun

Weitere Infos entnehmen Sie bitte dem anhängenden Flyer!


Auszeichnung für Pfarrer Albert Seelbach

Frankfurter Bürgerpreis an Pfarrer Albert Seelbach
für sein Lebenswerk

Eine Auszeichnung für sein Lebenswerk war die Verleihung des Frankfurter Bürgerpreis an Pfarrer Albert Seelbach, der die meiste Zeit seines nunmehr 76jährigen Lebens in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main gelebt und gearbeitet hat. Mit diesem Preis, der nun schon im 7. Jahr verliehen wurde, würdigen die Stadt Frankfurt am Main und die Stiftung der Frankfurter Sparkasse ehrenamtlich Tätige. In diesem Jahr wurden unter dem Motto "Vielfalt fördern - Gemeinschaft leben!" Menschen ausgezeichnet, die mit ihrem Engagement Teilhabe, Toleranz und Akzeptanz fördern, den Gemein-schaftssinn stärken und das Miteinander aller Bürgerinnen und Bürger verbessern - wie in der Ausschreibung verdeutlicht wurde. So war auch für Stadtkämmerer Uwe Becker bedeutend, dass alle ausgezeichneten Einzelpersönlichkeiten und Initiativen sich für Menschen, Nachbarn oder Fremde, hier in Frankfurt einsetzen und so durch ihre Herzenswärme dazu beitragen, dass Frankfurt als eine liebenswerte Stadt erlebt wird. Das Engagement aller Ausgezeichneten wurde einzeln gewürdigt. Zur Würdigung des Lebenswerks von Pfarrer Albert Seelbach führte Herbert Hans Grüntker, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Stiftung der Frankfurter Sparkasse, u.a. aus, dass sich der Ausgezeichnete seit mehr als 46 Jahren in seinem Lebensumfeld, das durch berufliche Veränderungen mehrfach wechselte, immer wieder der Aufgabe gestellt hat, den Kontakt zwischen Deutschen und Migranten zu fördern, die Bildung und Ausbildung von Migranten zu verbessern und sie vor Diskriminierungen und Anfeindungen zu schützen. So erstellte er im Jahr 1968 eine Tonbildserie "Zusammen arbeiten - zusammen leben" über Gastarbeiter in Deutschland und leitete ein Seminar der Frankfurter Stadtkirche über Gastarbeiter. 2 Jahre später gründete er während seines Theologiestudiums den Internationalen Klub in Frankfurt-Sachsenhausen mit Bürgern aus Italien, Kroatien, Portugal, der Türkei und Brasilien, der zum Ziel hatte, die ausländischen Arbeitnehmer in ihren Deutschkenntnissen zu fördern, den Kontakt untereinander und die Integration in die deutsche Gesellschaft zu ermöglichen.Zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Detlef Lüderwald und anderen startete er die "Woche des ausländischen Mitbürgers", aus der später die bundesweiten interkulturellen Wochen wurden. Als er 1995 Pfarrer der Pfarrei St. Michael in Frankfurt-Sossenheim wurde, bildete er einen internationalen Arbeitskreis, der zum Ziel hatte, mit Italienern, Eritreern, Vietnamesen und Kroaten gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Im Jahr 2001 war die Zeit dann reif für mehrere interreligiöse Veranstaltungen: u.a. ein Friedensgebet, eine Kirchenführung für Muslime und Gespräche zum Thema "ISLAM - nah und fremd zugleich". Aus seiner Zeit als Ruheständler seit 2005 wurden in diesem Zusammenhang besonders hervorgehoben die auf seine Initiative hin durchgeführten Adventskonzerte der Kulturen in der Kirche Mariä Himmelfahrt (Frankfurt-Griesheim). Dort leitet er seit mehr als 5 Jahren ehrenamtlich das Projekt Arbeitnehmerkirche, in dem die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und die Pfarrei Mariä Himmelfahrt zusammenwirken. In seiner Zeit als Diözesanpräses der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Limburg von 2005 bis 2011 hat er mit dem Verband mit Herzblut um gerechtem Lohn und den Erhalt des Sonntagsschutzes gekämpft. Neben den vielfältigen, über seinen Dienstauftrag als Pfarrer hinausgehendem Aktivitäten wurde Albert Seelbach auch als ein Mensch gewürdigt, der sich stets mit hohem persönlichen Engagement für den interkulturellen Zusammenhalt der Frankfurter Stadtgesellschaft einsetze, dabei viele Kontakte knüpfe und sich von der Überzeugung, dass Frankfurt für alle Menschen ungeachtet ihrer kulturellen Herkunft ein Zuhause sein kann, auch durch gegenteilige Erfahrungen nicht abbringen lasse. Aus seiner Sicht dürfen Herkunft, Nationalität oder Religionszugehörigkeit keine Unterschiede in der Stadtgesellschaft begründen. Sein Wirken verstehe er als Pflichtprogramm für die Mitmenschen, in dem Solidarität und soziale Gerechtigkeit im Vordergrund stehen. Besonders beachtlich sei, dass er als katholischer Priester unter dieser Perspektive gezielt den Kontakt nicht nur zu evangelischen Christen, sondern auch zu Muslimen suche. Mit engagierter Hartnäckigkeit gehe er Probleme an und engagiere sich persönlich für eine bessere Zukunft von Menschen, die benachteiligt sind oder ungerecht behandelt werden.

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Berichtet von: Andreas Mengelkamp, Vorsitzender der KAB Unterliederbach und Mitglied im Team Arbeitnehmerkirche; Frankfurt, 23.6.2014


KAB kritisiert geplante Zusatzbeiträge

Ein sehr interessanter Text zu geplanten Zusatzbeiträge der Krankenversicherung.

Artikel ist aus dem Höchster Kreisblatt vom 28.10.2015