KAB Elsoff

Die Vorsitzende ist Brigitta Güth.

Zu erreichen unter 02664/8443 oder per 
Mail elsoff@kablimburg.de

Vorbemerkung

Der Arbeiterverein St. Josef Elsoff wurde 1890 gegründet. Er taucht in der 1.Statistik des Westdeutschen Verbandes von 1903 mit dem Präses Pfarrer Wegener (muss wohl Wagner heißen, er war von 1901 bis 1903 Pfarrer in Elsoff) auf. Diese Statistik wurde vom Bischöflichen Ordinariat Limburg erstellt. In den späteren Statistiken wird der Verein nicht mehr aufgeführt. Erst 1951 wurde dann eine KAB in Elsoff gegründet, die eng mit dem Arbeiterverein zusammenarbeitet. Der Arbeiterverein ist der Wurzelgrund der KAB, hier soll deshalb auf beide Vereine hingewiesen werden

Gründung

Nach 100 Jahren ist es schwer, genaues über die Beweggründe und über den Verlauf der Vereinsgründung auszusagen. Aus Chroniken und Ortsgeschichten wissen wir, dass bis zu Beginn der Industrialisierung die bodenständige Landwirtschaft die entscheidende Grundlage für den Lebensunterhalt in unseren Westerwälder Dörfern war. Mit dem Aufkommen der Industrialisierung seit den 1860er Jahren fanden zahlreiche Bauarbeiter im Rheinland und in Westfalen, im Bergischen Land und auch im Siegerland Beschäftigung, dies traf auch für viele Männer aus Elsoff zu. Hier lag wohl auch der Beweggrund zur Gründung des Arbeitervereins „Sankt Josef". Dem Chronisten fehlen genaue Unterlagen über diese Zeit. Josef Frühwirth, Bürgermeister in Elsoff von 1946 bis 1957, hatte das Vereinsgeschehen bis zum Jahre 1930 in eigenen Worten zusammengefasst. So können wir bei ihm nachlesen: „Besonders für die jungen Menschen, welche zum erstenmal den in so mancher Hinsicht gefährlichen Boden einer Großstadt betraten, waren die hier bestehenden Gesellenvereine ein großer Segen. Sie fanden hier sofort Anschluss bei gesitteten und gleichartigen Menschen . ... Dadurch, dass besonders die jungen Menschen im Katholischen Gesellenverein auf allen Gebieten des kirchlichen und sozialen Lebens sich bilden und schulen konnten, wurde hier der Grundstein gelegt für ihr weiteres katholisches Leben … Männer, welche durch die Schule von Adolf Kolping gingen, waren imstande, allen Gefahren des Lebens, besonders denen der Großstadt, wirksam zu begegnen."

Diese Erfahrung führte bei sieben Männern 1890 zu dem Entschluss, auch in ihrem Heimatdorf Elsoff einen ähnlichen Verein zu gründen. Josef Frühwirth schreibt: „Man war sich nicht sofort klar, wie der Verein heißen sollte und gründete zunächst eine Gesellschaft unter sich. Diese Gesellschaft bestand aus folgenden Männern: Johannes Orth, Johannes Schönberger, Josef Schilling, Wilhelm Schlicht, Philipp Schwarz, Josef Schilling und Theodor Pauli.“ Diese sieben Männer können wir als die Gründer des Vereins ansehen. Ihre „Gesellschaft“ im Sinne eines kleinen „Gesellenvereins“ im Herbst 1890 ist der Grundstein des jetzt 100jährigen Arbeitervereins „Sankt Josef" Elsoff. Vermutlich an den langen Winterabenden des Jahres 1890 beim Austausch von Erfahrungen mit den Gesellen- und Arbeitervereinen in der Fremde reifte der Gedanke, die „Gesellschaft" in einen Arbeiterverein auszuweiten. Johannes Schönberger muss als der „Motor“dieser Überlegungen angesehen werden. Er ging von Haus zu Haus, redete mit den Männern, um sie für diesen Verein zu begeistern. 57 Männer, angeführt von Pfarrer Horn und den Lehrern Hartmann und Bauer trugen sich in eine Liste ein. Angeregt durch die Enzyklika „Rerum novarum“von Papst Leo XIII. aus dem Jahre 1891, in der nachdrücklich die Gründung katholischer Arbeitervereine gefordert wurde, entstanden in vielen Städten und Dörfern Arbeitervereine. Auch Josef Frühwirth führt in seiner Zusammenfassung diese Enzyklika als Beweggrund der Vereinsgründung an. Am 1. März 1891 fand eine Versammlung im neuen Schulsaal statt. Dort wuchs die Zahl der Mitglieder auf 97. Aus den Unterlagen von Josef Frühwirth geht hervor, dass Pfarrer Horn Ehrenpräses des Vereins wurde. Die Gründer, die zunächst die Gesellschaft gebildet hatten, setzten Statuten für den Verein auf. Der Verein stellte sich unter den Schutz des heiligen Joseph. Zweck des Vereins ist Fortbildung und Unterhaltung der katholischen Arbeiter zu Elsoff zur Anregung und Pflege eines kräftigen, religiösen und bürgerlichen Sinnes und Lebens. Mittel und Zweck bilden öffentliche Vorträge, Unterricht und Übung in Gesang, Lesen passender Bücher, gegenseitige Erheiterung und Hilfe in Not. Die Statuten schlossen mit den vier Devisen ,Arbeitsamkeit und Fleiß, Religion und Tugend, Eintracht und Liebe, Heiterkeit und Scherz. Der Gruß des Vereins soll sein: „Gott segne, Gott lohne“. Im neu gegründeten Verein „herrschte ein guter Geist", so wurde gleich ein Chor gebildet, der von Lehrer Hartmann geleitet wurde. Als Lehrer Hartmann kurz darauf versetzt wurde, übernahm der an seine Stelle eingesetzte Lehrer Müller die Leitung des Chores. Doch als mit Beginn des Frühjahres die meisten Mitglieder wieder in die Fremde zum Geldverdienen abreisten, ruhte das Leben im Verein während der Sommermonate ganz. Eine erste Zusammenkunft fand am 10. Dezember 1891 statt. Am 22. Dezember 1891 wurde in einer Mitgliederversammlung der vollständige Vorstand gewählt, der die oben angeführten „Gründer der Gesellschaft“ als provisorischen Vorstand ablöste.

Aus der Geschichte des Vereins

 

Eine der bedeutendsten Taten des Vereins war der Bau der Kreuzweg-Stationen auf dem Heispel. Bereits 1896 wurde dieser Bau beschlossen. Die Gemeinde überließ dem Verein das Gelände und gestattete den Bau. Viele waren am Bau beteiligt, das aufwendige Gießen der Bilder führte der Präses Johannes Orth durch. Die Kosten von 50 RM pro Station waren für damalige Verhältnisse immens. Im Dezember ging es mit vereinten Kräften an die Arbeit. Das ganze Dorf half mit. Darauf stieg auch die Mitgliederzahl auf 153. Am 7. März 1897 wurden die Stationen eingeweiht. Bis heute sind sie die besondere Sorge des Vereins. Es war damals möglich, dass Laien Präsides waren. Etwa ab 1903 war der Pfarrer kraft Amtes Präses. Ein weiterer Schwerpunkt war die Erweiterung der Pfarrkirche. Nach nur neun Monaten Bauzeit konnte die erweiterte Kirche 1911 eingeweiht werden. Bis 1930 gabt es nur wenige Unterlagen. 1931 wurde beschlossen, der Kirche zwei neue Seitenaltäre zu stiften. Das letzte Protokoll vor dem Krieg stammte vom 25. März 1934 und schildert die Holzfällung bei den Stationen. Etwa 1938 wurde die Arbeit wegen des Verbotes durch die Nazis eingestellt. Am 25. Februar 1950 trafen sich 43 Männer, um den Verein wieder zu beleben. Die Stationen wurden in Ordnung gebracht, das 60. Stiftungsfest auf den 3. September 1950 festgelegt. Der Tag wurde festlich begangen und das „KAB-Banner“ eingeweiht. Die Stationen wurden gründlichst erneuert. Das 70. Stiftungsfest 1960 hatte seinen Schwerpunkt im KAB-Delegiertentag. Für das 75. Stiftungsfest hatte Innenminister Wolters 1965 die Schirmherrschaft übernommen. Auch 1970 war das 80. Stiftungsfest mit dem Delegiertentag verbunden. Am 4. März 1983 wurde Heribert Schilling zum 1. Vorsitzenden gewählt. Beim 100-jährigen Jubiläum wurde auf die gute Zusammenarbeit mit der KAB hingewiesen. Die Zahl der Mitglieder beträgt 64.

Gründung der KAB

Im Jahre 1951 wurde der KAB-Ortsverein Elsoff gegründet. Er konnte nach rund 40 Jahren ein Jubiläum feiern. Die KAB hatte in diesen Jahrzehnten in enger Zusammenarbeit mit dem 100jährigen Arbeiterverein „Sankt Josef“ in Elsoff durch Schulungen und Vortragsabende positive Arbeit geleistet. Dazu vertrat die KAB ihre Mitglieder vor dem Arbeitsgericht. Seit 1999 bemühtsich die KAB um den Aufbau einer CAJ im pastoralen Raum Rennerod. Die KAB Elsoff hat Ende 2002 25 Mitglieder.

 

Vorsitzendevonbis
Johannes Orth19301934
Alexander Seelbach19501951
Wendelin Ruckes19511977
Carl-Heinz Baldus19771982
Heribert Schilling1983
Präsidesvonbis
Pfarrverw. Jakob Wagner19011903
Pfarrverw. Ferdinand Schneider19031906
Pfarrer Georg Braun19061919
Pfarrer Julius Kraus19191924
Pfarrer Jakob Trees19241931
Pfarrer Alois Born19311939
Pfarrer Hubert Braun19501951
Pfarrer Hugo Schmidt19511960
Pfarrer Günther Anders19601965
Pater Richard Kouters19651966
Pater Hilarion Hansen19661973
Pater Roland Theunissen19731981
Pfarrer Michael Maxsein19811982
Pfarrer Walter Scholl19821994
Pfarrer Franz Benner19941995
Annegret Henkel (geistl. Begleitung)19982002
Tanja Kaminsky (geistl. Begleitung)2002