„Wo bitte geht’s zur Zukunft?“

Bezirkstag der KAB Limburg in Niederbrechen:

„Wo bitte geht’s zur Zukunft?“

Nahezu 80 Delegierte des christlichen Sozialverbandes Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Bezirksverband Limburg, kamen am 19.11.2016 ins Pfarrer Herlth-Haus in Niederbrechen, um über die zukunftsorientierte Verbandsentwicklung zu beraten. Peter Ziegler, erfahrener Diözesansekretär der KAB Augsburg, referierte zum Thema. Ein feierlicher Gottesdienst, gute Grußworte, erbauliche Berichte und eine aktionsorientierte Planung für die kommenden Jahre begleiteten die Tagung.

Peter Ziegler
Peter Ziegler

In der St. Maximin-Kirche in Niederbrechen wurde der Bezirkstag feierlich eröffnet. KAB-Diözesanpräses Pfr. Walter Henkes (Mengerskirchen), Pfr. Ernst-Martin Benner (Niederbrechen) und Pfr. em. Albert Keller (Präses der KAB Fussingen) zelebrierten die Heilige Messe. In seiner Predigt nannte Diözesanpräses Henkes die sozialen Schieflagen beim Namen: „Das Klima in unseren Betrieben leidet. Die arbeitende Bevölkerung steht nicht recht zueinander. Die Firmen fordern, aber die Solidarität wird kleiner“. Auch stellt er in Frage, ob der neue Präsident der USA, Donald Trump, zusammenführen und Solidarität neu begründen kann. Und auf die Handelsabkommen Ceta&TTIP abgezielt, gegen die auch die KAB erfolgreich eintritt, betonte der Diözesanpräses: „Bei einem Handelsabkommen geht es uns als KAB um soziale Gerechtigkeit.“ Gott steige hinab ins Chaos unserer Tage. „Wir Christen suchen in der KAB einen guten Weg in die Zukunft; unsere Gesellschaft braucht Christen, die Solidarität einfordern“, so Henkes. 

Winfried Oster, Bezirksvorsitzender der KAB Limburg, begrüßte die Delegierten und Gäste im Pfarrzentrum sehr herzlich. 

Winfried Oster
Winfried Oster

Der Diözesanvorsitzende der KAB Limburg, Thomas Diekmann, 

Thomas Diekmann
Thomas Diekmann

brachte in seinem Grußwort seine Begeisterung und seinen Dank für die lebendige Ortsvereinsarbeit der KAB zum Ausdruck. Als eine Herausforderung für das Jahr 2017 nannte er die Mobilisierung von Wählern bei den Sozialwahlen für die Mandatsträger der Arbeitsgemeinschaft christlicher Arbeitnehmerorganisationen (ACA) (Informationen im Netz: www.aca-online.de ), in der auch die KAB vertreten ist

Wolfgang Rathgeber
Wolfgang Rathgeber

Wolfgang Rathgeber als Vorsitzender des gastgebenden KAB-Ortsvereines Niederbrechen hieß alle Anwesenden herzlich willkommen und wünschte einen guten Verlauf der Beratungen. 

Wilfried Seifried (Frankfurt) als Seniorenbeauftragter des KAB-Diözesanverbandes betonte in seinem Grußwort die „Wanderfriedenskerze“ unter dem diesjährigen Leitwort „Zwischen den Welten“ als verbindendes und solidarische Element der KAB für die Flüchtlingsarbeit in der Einen Welt. Helmut Sterzenbach, stellvertretender Vorsitzender des CDA-Kreisverbandes Limburg-Weilburg begrüßte die gute Kooperation zwischen KAB und CDA:. „Wir müssen eine größere Diskussion über das christliche Menschenbild und die katholische Soziallehre hervorrufen“, so Sterzenbach über die Werteorientierung beider Organisationen. Theda Ockenga, Vorsitzende des SPD-Ortsvereines Brechen, betonte die gemeinsamen Wurzeln von KAB und SPD in der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts hervor und gemeinsame Schlagworte wie Solidarität, Gemeinwohlorientierung, sowie Lohn- und Rentengerechtigkeit.

Nun zum Thema des öffentlichen teils des Bezirkstages: Winfried Oster nannte einführend beim Namen, dass auch die KAB Nachwuchsprobleme hat. Damit verbunden die Frage, ob und wie man die Bewegung für soziale Gerechtigkeit wieder mehr mit Leben füllen kann, sodass sie eine Zukunft hat. Der Referent des Themas, Peter Ziegler, der seit mehreren Jahren Erfahrungen als Diözesansekretär der KAB im Bistum Augsburg gesammelt hat, stellte gleich zu Beginn seines Vortrages heraus, dass das Eintreten für Solidarität und Gerechtigkeit auch in Zukunft die zentrale Bedeutung für die KAB-Arbeit haben müssen. „Wir müssen aus Werten Mitgliedschaft machen“, so Ziegler; „als KAB muss es uns wichtig sein, dass wir anschlussfähig für Menschen sind, dass wir eine Bewegung für Menschen die sich einsetzen, und für demokratische Parteien offen sind“. Am Beispiel der KAB im Diözesanverband Augsburg entfaltete Peter Ziegler einen gelingenden Verbandsentwicklungsprozess. „Dazu hat uns das Bistum Augsburg offiziell den Auftrag gegeben, Brücke in der Arbeitswelt zu sein, insbesondere für die prekär Beschäftigen und für Arbeitslose. Der Folgeschritt sei dann die Initiierung des Projektes „Gehzeiten“ gewesen, um neue Menschen zu erreichen. „Wir laden Menschen ein, die uns aus anderen Zusammenhängen kennen, wir haben uns auf die Suche nach Mitarbeitern gemacht, die nicht zuerst Mitglied sein müssen (es dann aber oft werden) und wir haben Räume zur Verfügung gestellt und Themenvorschläge gemacht, dabei aber keine Erwartungen formuliert“, erläuterte Ziegler. Erfahrbare Ergebnisse hätten sich bereits herausgestellt. „Die Annäherung vor Ort multipliziert sich, KAB-Themen finden Eingang in die Kommunalpolitik und werden übertragen. Dabei muss sich die KAB stets im öffentlichen Raum bewegen und raus auf die Straße gehen“, so das Fazit des Augsburger KAB-Diözesansekretärs. Martin Mohr, Bezirks- und Diözesansekretär der KAB Limburg moderierte die anschließende Diskussionsrunde und erläuterte einleitend, dass der KAB-Diözesanverband Limburg im Februar dieses Jahres eine „Zukunftswerkstatt“ gestartet hat, die mit zwei zentralen Konferenzen durchgeführt wurde und dabei drei Arbeitsschwerpunkte definiert hat, die die zuständigen Gremien auf Bezirks- und Diözesanverbandsebene bereits beschlossen haben mittlerweile schon umgesetzt werden. „Das sind der Ausbau der vernetzten Arbeit und die Kooperation, die Intensivierung und Professionalisierung der Öffentlichkeitsarbeit, sowie die Durchführung von Jahresaktionen durch alle Gliederungen des Diözesanverbandes“, so Mohr. Die Erkenntnisse aus dem Vortrag Peter Zieglers könnten durchaus diesen Prozess des Limburger KAB-Bezirks- und Diözesanverbandes nochmals bereichern, fasste Mohr zusammen.

Karin Seck (stehend)
Karin Seck (stehend)

Karin Seck, geistliche Begleiterin des KAB-Bezirksverbandes Limburg, brachte in ihrem Schriftwort zur Eröffnung der Delegiertenversammlung am Nachmittag anhand des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter zum Ausdruck, dass die KAB aufgerufen sei, die politischen Verhältnisse zu ändern, die Menschen zu Überfallenen und Ausgeraubten machen. 

Winfried Oster als Bezirksvorsitzender hielt einen leidenschaftlichen Tätigkeitsbericht:

Das Thema des Jahres 2016 stand weiterhin unter dem Motto „Fair teilen statt sozial spalten - Nachhaltig leben und arbeiten“, mit dem  Jahresschwerpunkt  „Gut wirtschaften“ (weitere Informationen unter www.kab.de ).Von den Erstberatern Robert Hippert, Alfred Rompel, Wolfgang Feiler und Wolfgang Rathgeber wurden sehr viele Fälle vor Ort geklärt. Franz-Josef Herkert aus Limburg und Raimund Friedrich aus Villmar haben die KAB mit Ihrem fachkundigen Rat in Rentensachen unterstützt. Franz-Josef Herkert hat in den Räumen der KAB Limburg im Jahr 2016 wieder 9 Rentensprechtage angeboten. Das Bezirksbüro bzw. Bezirkssekretär Martin Mohr hat in zahlreichen Fällen Beratung, Hilfe und Vertretung in Angelegenheiten des Arbeits- und Sozialrechtes geleistet, was für KAB-Mitglieder kostenlos ist.

Auch im Jahr 2016 konnten durch die Unterstützung ehrenamtlicher Mitarbeiter wieder die jährlichen Veranstaltungen durchgeführt werden. Beim Bezirksausflug am 9.7. nach Worms und der anschließenden Weinprobe in Gau-Odernheim war der Bus mit 50 Sitzplätzen voll besetzt. Die Kultur- und Begegnungsfahrt nach Schneverdingen in die Lüneburger Heide vom 24. bis 29.08.2016, war mit 38 Teilnehmern gut angenommen.

Nach wie vor hat die KAB im Jahr 2016 auch wieder folgende Aktionen unterstützt. Die Kundgebung des DGB zum 01. Mai in Limburg: Hier war die KAB in diesem Jahr – dank Martin Mohr – richtig gut mit einem KAB-Stand und vielen KABlern vertreten.

„Allianz für den freien Sonntag“: In der Allianz für den freien Sonntag hat sich 2017 richtig viel getan. Es gab viele positive Entscheidungen von den Verwaltungsgerichten zur Verhinderung von Ladenöffnungen an Sonntagen. Ein guter Grund für den KAB-Bezirk Limburg, Verdi, dem DGB, der CDA, sowie Vertretern beider großer Kirchen, eine regionale Allianz für den freien Sonntag für den Kreis Limburg-Weilburg ins Leben zu rufen, der bereits die Sonntagsöffnung anlässlich des Man(d)telsonntags in Limburg verhindern konnte und die sich über weitere Mitwirkende aus der KAB freuen würde.  Am 17.9 waren viele KAB-Mitglieder auch des Bezirksverbandes Limburg auf dem Opernplatz in Frankfurt, um mit gegen Ceta&TTIP lautstark zu demonstrieren. Der Aktionsstand der KAB war sehr stark frequentiert und die engagierte und mitreißende Rede unseres Diözesanvorsitzenden Thomas Diekmann, die die Kundgebung eröffnete, fand ganz breite Zustimmung und Beachtung.

Die diesjährige Wallfahrt des Diözesanverbandes zum Kloster Marienthal fand in diesem Jahr am 01.10.2016 mit 135 Mitgliedern statt.

In den KAB-Vereinen vor Ort fanden Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen, wie z. B. Patientenverfügung, zu den Freihandelsabkommen Ceta&TTIP, Betreuungsvollmacht, Soziale Sicherungssysteme und Erben und Vererben, Lichtbildvorträge und vieles mehr statt.

Die Homepage unseres Diözesanverbandes, www.kab-limburg.de  wird nach wie vor ehrenamtlich von Klaus Dahlmann, Vorsitzender der KAB Oberrod, gepflegt, wofür ihm einen großen Dank des Bezirksverbandes gebührt. 

Im Anschluss an den Tätigkeitsbericht beriet und verabschiedete die Delegiertenversammlung des Bezirkstages die folgenden an den Bezirkstag gestellten Anträge: „Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung“ (KAB Oberselters und KAB Lindenholzhausen), „Keine weiteren Rentenkürzungsfaktoren bei der gesetzlichen Rente“ (KAB Lindenholzhausen), „Mütterrente/ Kindererziehungszeit für Mütter bis Jahrgang 1991“ (KAB Lindenholzhausen) sowie „Mehr Geld bei Reha-Maßnahmen in der gesetzlichen Rentenversicherung“ (KAB Lindenholzhausen). Der KAB-Bezirksverband wird diese Beschlüsse an die zuständigen Stellen der Politik einbringen.

Umfangreiche Aktionen und Veranstaltungen des Bezirksverbandes gibt es auch im Jahr 2017. Darunter sind die Familienfreizeit in Günne vom 2.-6. Januar, Seniorenfreizeiten vom 28. Februar – 5. März sowie vom 18. – 22. September in Günne ein guter und interessanter Bezirksausflug, eine Kultur- und Begegnungsfahrt vom 24. – 29. September nach Tirol, Mitwirkung bei der Maikundgebung des DGB, am Kreuzfest des Bistums, die Durchführung einer Wallfahrt nach Marienthal am 9. September sowie von Besinnungstagen in Hofheim vom 13. – 15. November. Der Bundesverbandstag der KAB Deutschland findet vom 26. – 28. Mai in Krefeld statt; die Kampagne zur Bundestagswahl wird „Sie planen deine Altersarmut“ heißen. 

Zum Abschluss des Bezirkstages wurden die Ortsvereine Girkenroth, Niederbrechen und Villmar für eine besonders erfolgreiche und nachhaltige Mitgliederwerbung geehrt. Der Bezirksvorsitzende Winfried Oster bedankte sich bei den ehrenamtlichen Bezirksleitungsmitgliedern, der stellv. Bezirksvorsitzenden Brigitta Güth (Elsoff), der geistlichen Begleiterin Karin Seck (Oberselters) sowie der hauptamtlichen Verwaltungsmitarbeiterin im Bezirksbüro, Maria Borkert (Girkenroth) und dem Vorsitzenden des gastgebenden Ortsvereines Niederbrechen, Wolfgang Rathgeber sehr herzlich und schloss die Versammlung mit den Worten „Gott segne die christliche Arbeit!“. 

Eine kleine Diashow finden Sie hier.


Reise in die Lüneburger Heide

Reise der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Bezirk Limburg in die Lüneburger Heide


Limburg. Nachdem am 24. August um 7.30 Uhr  in Limburg alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Bord waren, fuhr unser Bus bei strahlendem Sonnenschein über Gießen und Kassel zur Mittagspause nach Hildesheim.

Diese Heimat der „Raupe Nimmersatt“ wurde schon im neunten Jahrhundert christlich, erfuhren wir bei der Stadtführung. In der Reformationszeit blieb die Altstadt katholisch, die neueren Teile der Stadt aber nahmen die Reformation an. Daher finden sich bis heute in der Altstadt katholische und in der Neustadt evangelische Gotteshäuser. Nachdem alle dem nahrhaften Beispiel der kleinen Raupe gefolgt waren, fuhren wir gut gestärkt und gut gelaunt weiter nach Schneverdingen in unser Hotel.

In Schneverdingen erkundeten einige bereits nach Einzug und Abendessen den Fußweg zur Innenstadt, den zentralen Festplatz und das vorzügliche Eis der dortigen Eisdiele. Auf dem Weg dorthin, ganz in der Nähe des Hotels erfreute sich ein recht gutes Cafè wachsender Beliebtheit in unserer Gruppe. Von Abend zu Abend wuchs der Festplatz. Als am Sonntag eine neue Heidekönigin gekrönt wurde waren beim Festzug Motivwagen aller Art. Die ganze Innenstadt war Festplatz und voller Gäste.

Am Donnerstag sahen wir in Lüneburg viele prächtige Häuser aus dem Mittelalter. Wir erfuhren, dass Markt-, Salz-, Sand- und später das Wasserviertel zusammenwuchsen zur heutigen Stadt. Als ein Jäger nach seiner Beute fand, bemerkte er, dass dieses Wildschwein sich vor seinem Tod in einer Salzlache suhlte. Weil die Bewohner also Schwein gehabt haben, führt die Stadt dieses Tier im Wappen.

Nachdem Heinrich der Löwe 1189 die Nachbarstadt Bardowick zerstörte, wurde Lüneburg Handels- und Salzzentrum. Durch Salz- und Fischhandel, Stapelrecht und als Mitglied der Hanse wurde die Stadt sehr reich. Die Händler mussten ihre Ware in der Stadt stapeln. Die Stadt kassierte Zoll für die Ware und den Verkauf. Doch nach dem 30-jährigen Krieg war der Stadtsäckel leer, viele starben an der Pest und der Fürst, den sie vertrieben hatten, brachte die Stadt durch eine neue Burg zurück in seinen Machtbereich.

Das Essen im Brauhaus war vorzüglich und die Stimmung so hell wie die Sonne bei über 30 Grad.

Am Freitag in der deutlich kleineren Stadt Stade gewannen wir ganz ähnliche Eindrücke: Stapelrecht und Hanse führten auch hier zu vielen schönen Häusern und Kirchen. An diesem Nachmittag erkundeten wir Obstplantagen, Elbschifffahrt Deiche und einen Obstbauernhof im Alten Land, das holländische Siedler der Elbe durch Deiche im 12. Jahrhundert abgetrotzt hatten. Wie dieser Landstrich zu seinem Namen kam? Ein Ehepaar fuhr auf der Elbe im Nebel und war schon ganz verzweifelt, als der Mann rief: „Olle! Land!“ Andere erzählen anderes. Kaffee und Kuchen auf dem Obsthof waren gut und manch einer kaufte Obst oder Obstler.

Am Samstag erkundeten wir die Heide. Auch wer noch die zehn Minuten Fußweg zum Heidegarten auf sich genommen hatte, bekam ihn nun zu sehen. Durch übermäßige Landwirtschaft verkarstet wurde die Heide vor ungefähr neunzig Jahren Naturschutzgebiet. Nach dem – zum Teil auch körperlichen Kontakt mit lebenden Heidschnucken wanderten einige durch die Heide zum Heidegarten, andere fuhren dorthin. Zum Erhalt der Heide rissen auch wir ein paar junge Eichen oder Buchen aus dem Heidekraut – damit die Heide Heide bleibt.

An diesem Abend war die Innenstadt voller Menschen. Ein Platz an der Eisdiele war leider nicht mehr zu ergattern. So beehrten wir ein anderes Lokal. Irgendwann nach dem wunderschönen Feuerwerk im Walter Peters Park wanderten wir zurück ins Hotel.

Am Sonntag nach dem Frühstück dankten wir Gott in der Messe im Hotel für unser gutes Miteinander und für alles, was wir in den letzten Tagen erlebt hatten, aber der Höhepunkt stand ja noch aus. Am späten Vormittag trafen wir in der Innenstadt königliche Hoheiten: die Walpurgis-Königin aus Schweden und die deutsche Kartoffelkönigin samt Gemahl und Gefolge gaben sich zusammen mit der Heidekönigin die Ehre. Die Innenstadt war proppenvoll und komplett als Fußgängerzone ausgewiesen. Wir erwarteten den Festzug schließlich im Garten eines Restaurants. Doch als die ersten Musikzüge zu hören waren, leerten sich die schattigen Plätze im Garten und im Restaurant. Alle strömten an den Straßenrand und trotz der großen Hitze war die Stimmung großartig. Von dem Motivwagen des Zuges kamen uns Süßigkeiten, Becher mit warmem Bier oder auch erfrischendes Wasser aus einer Spritze entgegen. Gegen Ende des Zuges entdeckten wir die königlichen Hoheiten aus Schweden, Rotenburg an der Wümme zusammen mit der Heidekönigin.

Noch vor dem Abendessen zog ein kräftiges Gewitter auf. Daher blieben an diesem letzten Abend alle im Hotel und später auf der Terrasse. Es wurde nochmal ein schöner Abend in einer guten Gemeinschaft.

Auf der Rückreise am 29. August verlegten  wir unsere Mittagspause regenbedingt in die wunderschöne Stadt Goslar, die uns mit Sonnenschein, vielen schönen Häusern und köstlichem Essen einen würdigen Abschluss der Fahrt bereitete.

 

Text: Pfr. Walter Henkes, Diözesanpräses der KAB Limburg


Sonntagsschutz ist Freiheitsschutz

Endlich Sonntag

KAB verteidigt Anlassbezug bei verkaufsoffenen Sonntagen

 

Limburg. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Bezirksverband Limburg, reagiert mit Befremden auf die Kritik von IHK und Cityring hinsichtlich der Anlassbezogenheit von verkaufsoffenen Sonntagen und verteidigt ihre erfolgreiche Klage vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof.

 

„Es ist schon sehr verwunderlich, wenn der Limburger Einzelhandel sich schockiert zeigt, wenn er bestehende Gesetze und Regelungen einhalten muss“, zeigt sich Martin Mohr, Bezirkssekretär der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Limburg auf die Erwägung des Cityringes hin, für den „Man(d)telsonntag“ keine Ladenöffnung beantragen zu können.

„Die bestehenden Regelungen aus dem Ladenöffnungsgesetz Hessen sind keinesfalls neu und schon gar nicht restriktiv genug Die Maßgaben diesbezüglich werden auch nicht immer strenger“, führt der KAB-Sekretär weiter aus; „sehr schade ist es, dass man schon vor das Gericht ziehen muss, um den Handel und seine Lobbyisten zum Einhalten des Ladenöffnungsgesetzes zu bewegen“, kritisiert Mohr. Daher hätten Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nach wiederholten geduldigen Gesprächen und Schriftwechseln mit dem Frankfurter Handel und der

Frankfurter Stadtverwaltung schlussendlich keine andere Möglichkeit mehr gesehen, als zunächst vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt zu klagen. „Die im LÖG Hessen verankerte Anlassbezogenheit war bei der Musikmesse in Frankfurt ganz offensichtlich in keinster Weise gegeben“, so Mohr, „aber Handel und Stadtverwaltung wollten sich absolut nicht an die Gesetzeslage halten und haben eine Allgemeinverfügung für jeden Stadtteil erlassen. Das geht auf keinen Fall und so mussten wir leider klagen“, so der KAB-Sekretär. „Sollte für den 6. November 2016 ein verkaufsoffener Sonntag in Limburg angestrebt werden, werden, wir nicht zögern, auch in Limburg entsprechende Maßnahmen zu ergreifen“, warnt Mohr.

„Ein bloßes wirtschaftliches Interesse der Verkaufsstelleninhaber oder ein alltägliches Erwerbsinteresse potentieller Kunden reicht für eine Ladenöffnung an Sonntagen nun mal nicht aus, das hatte das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil im Jahr 2009 bereits nochmals bekräftigt“, erklärt Mohr, „der Anlass wie z. B. eine Messe, ein Markt oder Großveranstaltung muss Hauptsache sein und und die Sonntagsöffnung lediglich Nebeneffekt“, zitiert Mohr die Urteilsbegründung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes vom 5. April 2016. „Worin besteht beim Limburger „Man(d)telsonntag“ der Anlass, der eine Ladenöffnung rechtfertigen würde?“ so der KAB-Sekretär.

„Aus Sicht der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ist Sonntagsschutz Freiheitsschutz“, erläutert Mohr; „die Verfassung gebietet einen starken Schutz des arbeitsfreien Sonntages, um jene Freiheiten zu schützen, ohne die eine demokratische Gesellschaft nicht lebensfähig ist. Eine stabile Demokratie benötigt Freiräume jenseits ökonomischer Interessen, um sicher sozialen Grundlagen zu vergewissern. Dahinter müssen unternehmerische Interessen und Konsumentenwünsche zurückstehen“, führt der KAB-Bezirkssekretär weiter aus. „Und aus Sicht der jüdisch-christlichen Überlieferung ist der Sonntag ein großes Geschenk an die Menschheit. Durch ihn sind wir aufgefordert das Fest zu feiern, Kultur zu leben und uns nicht von Arbeit und Geschäftigkeit in Besitz nehmen zu lassen“, fasst Mohr zusammen.


KAB Bezirksverband Limburg zeigte starke Präsenz am 1. Mai

Arbeit muss menschenwürdig sein!

Der DGB Kreisverband Limburg-Weilburg mobilisierte am Sonntag, den 1. Mai 2016 Mitgliedsgewerkschaften, kooperierende Sozialverbände wie die den Bezirksverband der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und weitere solidarische Kolleginnen und Kollegen. Es herrschte zwischen den Organisationen und Gewerkschaften absolute Einigkeit, dass es „Zeit für mehr Solidarität“ (DGB)  ist und dass Arbeit menschenwürdig sein muss (vgl. KAB). KAB-Bezirkssekretär Martin Mohr sprach vor der vollbesetzten Versammlungsfläche einen kämpferischen Redebeitrag.

Der solidarische Schulterschluss zwischen den DGB-Gewerkschaften, einigen politischen Parteien mit ihren Arbeitnehmerflügeln und Sozialverbänden wie die KAB ist intakt. So jedenfalls wurde der 1. Mai 2016 auf dem „Kaufland“-Gelände in Limburg gelebt. Gerhard Blankenburg, DGB-Kreisvorsitzender Limburg-Weilburg konnte neben der Arbeitnehmer/innenschaft auch (weitere) bedeutsame Größen aus Politik und Gesellschaft begrüßen.  Darunter waren der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rabanus und der neugewählte Limburger Bürgermeister, Dr. Marius Hahn.

Die Hauptrede hielt Dr. Hejo Manderscheid, Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Limburg e. V. und Sprecher des Bündnisses für Soziale Gerechtigkeit Hessen. Er rechnete mit der Kapitalakkumulation der Bankenwirtschaft und den immer reicher werdenden Wenigen sehr scharf ab. „Die Politik tut alles, um die Bewertungsfreiheit des Kapitals zu sichern, gesteht aber immer Menschen diese Freiheit nicht mehr zu“, verurteilte Manderscheid diese wachsenden Zäune und Mauern. Er griff auch immer wieder auf die Positionen und den Aufruf der KAB zum 1. Mai 2016 zurück. Der Maiaufruf der KAB Deutschlands 2016 in voller Länge:     http://www.kab.de/nc/presse/news-uebersicht/detailansicht/article/kab-zum-1-mai-1250EUR-mindestlohn/

So forderte Manderscheid entsprechend den KAB-Positionen die Anpassung des Mindestlohnes auf 12,50€ und erteilte der Rente mit 70 eine ganz klare Abfuhr, da sie die Altersarmut nicht verhindert, sondern fördert.

KAB-Bezirkssekretär Martin Mohr appellierte in seine Rede, dass Arbeit menschenwürdig sein muss. „Trotz guter wirtschaftlicher Lage müssen deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem Mindestlohn auskommen, der unter der Armutsgrenze liegt“, mahnte Mohr an und forderte eine erhebliche Anhebung des Mindestlohnes auf 12,50€ ein. „Menschenwürdige Arbeit braucht gerechte Löhne!“, so der KAB-Sekretär. Da nach der Überzeugung der KAB Zeitsouveränität Bestandteil menschenwürdiger Arbeit ist, machte sich Mohr für eine 30-Stunden-Woche stark mit dem Ziel: Menschenwürdige Arbeit für alle. Damit einhergehend auch die Verbesserung der Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau. Und schließlich: „Der KAB Bezirksverband Limburg fordert die Bundesregierung auf, die bisherigen Gesetzesvorschläge zur Leiharbeit und Werkverträgen und die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag endlich umzusetzen, damit soziale Sicherheit und betriebliche Mitbestimmung für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erreicht werden“, machte Mohr unmissverständlich klar.

Lebhafte Frequentierung erfuhr der Aktionsstand des KAB-Bezirksverbandes auf dieser Maikundgebung. Viele Fragen der Besucher/innen konnten beantwortet werden, jede Menge Postkarten der KAB-Aktion zur Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wurden ausgefüllt und Fahrpläne für „Gut wirtschaften“ (mehr zum Thema: http://www.kab.de/nc/themen/kab-jahresthemen-2012-16/gut-wirtschaften/ ) ausgefüllt.


„Gottes Geist schafft neues Klima“

Vertrauensfrauen und Vertrauensmänner des KAB-Bezirksverbandes Limburg reflektieren ihr Engagement auf dem Hintergrund der Botschaft des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit.

 

Limburg, 15.4. 2016       
 Karin Seck (Oberselters), geistliche Begleiterin des KAB-Bezirksverbandes Limburg, sowie Maria Borkert, Mitarbeiterin im Bezirks- und Diözesanbüro Limburg und Diakon Bernd Hannappel, pädagogischer Leiter im Limburger Walter-Adlhoch-Haus (weiter Infos: http://www.caritaslimburg.caritas.de/hilfeundberatung
/fuerwohnungslose/fuerwohnungslose.aspx ) freuten sich sichtlich über den guten Zuspruch. Viele Vertrauensfrauen und Vertrauensmänner der KAB zwischen Dill und Lahn waren ihrer Einladung gefolgt. Sie begannen ihr Besinnungs- und Schulungstreffen mit einer Gesprächsrunde zu aktuellen KAB-Aktionsanliegen zu den Themen „Nein zu Ceta & TTIP“ und „Wiederherstellung der Parität in der gesetzlichen Krankenversicherung“ mit dem neuen Bezirkssekretär Martin Mohr.

Für die engagierte Theologin Karin Seck ist es wichtig, dass „Barmherzigkeit“ eine ganzheitliche Bedeutung hat. Mit einer Bildbetrachtung zu Bildern des verstorbenen „Künstler-Pfarrers“ Sieger Köder nahm sie die Anwesenden mit hinein in die tiefe Aussagekraft des Begriffes der Barmherzigkeit, der zu einer Weite hin zu den konkreten Lebenswelten und -vollzügen aller Menschen führt.

Für das ehrenamtliche Engagement der KAB-Vertrauensleute war dieses Treffen ein sehr wertvoller Impuls, denn es gilt für sie, immer wieder mit geduldiger und lebensbejahender Initiative zu den Menschen aufzubrechen, egal ob sie mitten im Berufs- und Familienleben stehen oder einsam und krank sind.    


"Wir können uns zu 100% auf euch verlassen - gerne zeichnen wir die Jubilarinnen und Jubilare des KAB Ortsvereines Elsoff aus"

Brigitta Güth ehrt verdiente Mitglieder

KAB-Bezirksvorsitzender Winfried Oster und die stellv. Vorsitzende, Brigitta Güth, ehren 50- und 60jährige Jubilarinnen und Jubilare 

Elsoff, 8.3.2016 Gleich mehrere Jubilarinnen könnten die Bezirksvorstandsmitglieder Brigitta Güth und Winfried Oster heute ehren. Anlässlich der Jahreshauptversammlung kamen die Mitglieder in das Pfarrheim Elsoff zusammen um lanjährige Mitglieder zu ehren. "Das ist uns eine Ehre und wir achten euer Engagegement mit Respekt", so Oster in seiner Laudatio.


Erklärung des KAB-Bezirksverbandes Limburg zur Flüchtlingssituation

Erklärung des KAB-Bezirksverbandes Limburg zur Flüchtlingssituation

Waldbrunn-Lahr/ Westerwald-Kreis/ Region Limburg.

Der christliche Sozialverband Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) ruft dazu auf, sich für ein "Klima des Willkommens" einzusetzen und Flüchtlingen zu helfen. "Als christlicher Verband ist es unsere Pflicht, diesen Menschen helfend zur Seite zu stehen und sie dabei zu unterstützen, hier eine neue Heimat zu finden. In unserer Nachfolge Jesu zeigt sich die Nächstenliebe im Umgang mit allen Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe und Geschlecht", heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes, die am 14.11.2015 auf dem Bezirkstag in Lahr beschlossen wurde. Wir, der KAB-Bezirksverband Limburg (Katholische Arbeitnehmer Bewegung Limburg), stellen fest, dass der aktuelle Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen stellt: Wir sind erfreut und dankbar, dass so viele Menschen selbstverständlich und selbstlos ehrenamtlich helfen, um die größte und unmittelbare Not vieler Flüchtlinge zu lindern. Wir sind besorgt, dass unsere Kommunen und deren Verwaltungen zunehmend an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen. Wir sind erschrocken über die zunehmende Aggression und Gewalt gegenüber Flüchtlingen durch eine Minderheit in unserem Land. Wir sind entsetzt, dass in der Politik in Europa und auch in Deutschland zunehmend wieder über Abschottung und die Errichtung von Grenzen, Mauern und Zäunen debattiert wird. "Das Grundrecht auf Asyl für politisch Verfolgte kennt keine Obergrenze, das gilt auch für Flüchtlinge, die aus der Hölle eines Bürgerkriegs zu uns kommen "(Zitat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel). Die Standards des Völker- und Menschenrechts müssen eingehalten werden. Wir fordern deshalb von den Verantwortungsträgern in Politik, Kirche, Wirtschaft und Verwaltungen:

1. Unbedingte Ausrichtung an der Menschenwürde bei allen Maßnahmen in Bezug         auf Flüchtlinge.
2. Entschiedenes Entgegentreten gegenüber jeder Form von Bedrohung, Gewalt           und dem dahinter stehenden faschistischen Gedankengut in Bezug auf                     Flüchtlinge.
3. Stärkere Unterstützung der Kommunen durch Bund und Land.
4. Schaffung einer Struktur zur Koordination und Unterstützung von                           ehrenamtlich Engagierten.
5. Entwicklung von Strukturen zur Integration von Flüchtlingen, die mittel-                 und langfristig bei uns bleiben.
6. Die Fluchtursachen bekämpfen, die dazu führen, dass Menschen fliehen: Bei             uns (Waffenexporte, Ausbeutung von Ressourcen, usw..) und in den Ländern aus     denen die Menschen flüchten müssen.

 

 


KAB Bezirkstag setzt auf menschenwürdiges Arbeiten

Maßstab Mensch


Die Wertschätzung menschlicher Arbeitskraft stand im Mittelpunkt des Bezirkstages 2013 der KAB Limburg (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) am Samstag, 23. November, in Fussingen. Umbrüche in der Arbeitswelt, das Bestreben, Interessen und Bedürfnisse nachfolgender Generationen in die Überlegungen bewussten Lebens und Arbeitens einzubinden, menschliche Grundbedürfnisse sowie Verteilungsgerechtigkeit zwischen Mann und Frau und Jung und Alt waren Kernthemen der Veranstaltung. Gekommen waren etwa 80 delegierte Mitglieder und Vorsitzende aus den einzelnen Bezirksverbänden aus dem Bistum Limburg, um sich über ihre Erfahrungen in der ehrenamtlichen Verbandsarbeit auszutauschen und neue Aufgaben und Ziele der KAB Limburg zu formulieren. Während des festlichen Eingangsgottesdienstes in der katholischen Pfarrkirche St. Leonhard ermunterte Pfarrer Walter Henkes die Teilnehmer, ihren eigenen Glauben mit in die Arbeit zu integrieren. "Gesegnet sei die christliche Arbeit. Wir Christen zeigen Einsatz, arbeiten und treten dafür ein, dass jeder für sich selbst sorgen kann." Wer arbeiten kann, solle es auch tun und dürfen. "Die KAB engagiert sich für einen Rechts- und Sozialstaat, in dem der einzelne Arbeiter gestärkt wird und Hilfe bekommt, wenn es einmal eng wird."

Jahresthema 2013:

Richtig steuern In einem Vortrag zum KAB-Jahresthema 2013, "richtig steuern", präsentierte Erna-Kathrein Groll, Landesvorsitzende der KAB Bayern, ihre persönliche Vorstellung von gelingender Verbandsarbeit. Deren Ziel sei es, auch den "kleinen Leuten" in der Gesellschaft eine Stimme zu geben und Armut beim Namen zu nennen, wo sie ein "würdiges Leben" einschränkt. Erna-Kathrein Groll benannte Umstände, die Menschen in ihrem Dasein tagtäglich beeinträchtigen können: Arbeitslosigkeit, der Gang zur Tafel, weil der Monatslohn nicht ausreicht, um die Familie zu ernähren, Krankheit oder die Scham und Scheu zum Amt zu gehen, um Gelder zu beantragen. "Diesen Menschen muss geholfen werden", appellierte die Referentin. Der Maßstab für soziale Gerechtigkeit sollten die Ärmsten der Armen sein. "Heute müssen immer mehr Menschen mit einem geringen Einkommen aus Leih- oder Zeitarbeit, befristeter Beschäftigung, Teilzeitarbeit, Ich-AGs, Mini-Jobs, Ein-Euro-Arbeitsverträgen oder einem Praktikum auskommen. Solche prekären Jobs nehmen zu und werden mehr und mehr zu einem Massenphänomen", so Erna-Kathrein Groll. Hier müsse die KAB mit Forderungen nach einem gesetzlichen Mindestlohn, einer für alle geltenden Bürgerversicherung, betrieblichen Mindestbestimmungen, Sonntagsschutz und einem garantierten Grundeinkommen ansetzen. "Der Maßstab ist der Mensch als Dreh- und Angelpunkt von sinnstiftender und verlässlicher Arbeit", so die bayerische Landesvorsitzende.

Wortmeldungen:

Gute Ideen gehören unter das Volk Während der anschließenden Diskussion ging es um die zukünftige Ausrichtung der Arbeit der KAB. Die KAB dürfe, so eine Teilnehmerin, mit ruhigem Gewissen lauter werden, wenn es darum ginge, den Sonntag als Ruhetag zu schützen. Die KAB müsse ihre Vorstellungen vom Grundeinkommen in die Gesellschaft tragen. Und: Alle in der KAB seien aufgefordert, Menschen an die Hand zu nehmen und Hilfestellungen dort zu leisten, wo guter Rat benötigt wird und nichts kosten darf - etwa beim Ausfüllen von Sozialanträgen und Rechtsberatungen.

Solidarisch und "sinnvoll leben"

Als das zentrale Prinzip der Soziallehre der Kirche wurde an diesem Tag die Solidarität - im Kontext von Personalität, Subsidiarität und Nachhaltigkeit - benannt. Solidarität als Haltung, sich mit den jetzt und zukünftig lebenden Menschen zu verbinden. Darum ging es dann auch in den vielfältigen Beratungen, Diskussionen und Abstimmungen. "Nicht jeder Einzelne ist seines Glückes Schmied, sondern die Gemeinschaft muss tragen und zusammenführen, was zusammen gehört", so Winfried Oster, Bezirksvorsitzender der KAB. Er würdigte einzelne KAB Mitglieder für ihre 50-jährige Mitgliedschaft und ihren unermüdlichen Einsatz. Zahlreiche Vereine wurden für ihre erfolgreiche Mitgliederwerbung ausgezeichnet. Der nächste Bezirkstag wird im Herbst 2014 unter dem Jahresmotto "sinnvoll leben" stattfinden.


Besuch der Delegation der christlichen Arbeiterbewegung aus Brasilien

Dom Limburg

Sich besser kennenlernen und voneinander lernen sind die Motive des Besuchs einer dreiköpfigen Delegation der (MTC), der christlichen Arbeiterbewegung aus Brasilien, bei deren Partnern von der KAB Rhein - Main, mit der sie eine bereits dreißigjährige Partnerschaft verbindet. Im Juli 2013 waren die hauptamtliche MTC-Geschäftsführerin Marileá Darmasio Da Silva, José Ferreira als geistlicher Begleiter der MTC Brasilien sowie Marcelino Almeida, stellvertretender Geschäftsführer der MTC Brasilien, in Deutschland zu Gast. Nach der Teilnahme am diesjährigen Welttreffen der christlichen Arbeitnehmerbewegungen (WBCA - MTTC) in Haltern/NRW, besuchten die Delegierten im Anschluss das Bistum Limburg Neben einem umfangreichen Programm mit Möglichkeiten der Begegnung im Rhein-Main-Gebiet, fand ein Gespräch im Referat Weltkirche statt. Dabei wurde über die vielfältigen Aktivitäten der "Eine Welt Arbeit" im Bistum Limburg, aber auch über die Arbeit der MTC Brasilien in Kirche und Gesellschaft berichtet. Ein reger Austausch über die Bedeutung von Basisgemeinden in Brasilien und ersten Erfahrungen mit kleinen Christlichen Gemeinschaften im Bistum Limburg war ebenso aufschlussreich wie das Gespräch über die Auswirkungen der Globalisierung auf die Arbeitsbedingungen der Menschen in Brasilien und Deutschland. So sind sie insbesondere im Bildungsbereich tätig und setzen sich z. B. in Stadtparlamenten für die Rechte der Arbeitnehmer und Armen ein. Fußend auf der katholischen Soziallehre, ist es den Vertretern der christlichen Arbeiterbewegung wichtig, die Mission Jesu fortzuführen und als Teil der Kirche nicht nur an einem solidarischen Wirtschaftssystem zu arbeiten, sondern auch gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Im Anschluss an das Gespräch mit dem Referat Weltkirche besuchte die Delegation das KAB Diözesanbüro Limburg. Diözesansekretär Paul Erbach berichtete kurz über seine vielfältigen Aufgaben. Pfr. Albert Keller, der lange Jahre in Brasilien lebte, fungierte bei der anschließenden Stadt- und Domführung als Dolmetscher. Nach einer Stärkung fuhren die Gäste zurück nach Flörsheim, wo sie sich zu einem Gedankenaustausch mit Verantwortlichen des KAB DV Limburg und des KAB DV Mainz trafen.