28.11.2017

Wort zum Sonntag


Wann ist ein Sonntag besonders schön? Wenn ich ausschlafen kann, sagen Jugendliche, chillen bis zum Abwinken. Wenn die Geschäfte offen sind und man einkaufen kann, sagen sie weiter. Aber wer Strümpfe verkauft, hat keinen Sonntag, wer alte Autos einkauft, auch nicht.

Sorgt euch um nichts, beschreibt Paulus dieses Sonntagsgefühl, obwohl er im Gefängnis sitzt. Gottes Friede übersteigt, was wir verstehen schreibt er den Christen in Philippi.

Gestern haben wir eine Allianz für den freien Sonntag gegründet, für den Kreis Limburg-Weilburg, der katholische Bezirk zusammen mit dem evangelischen Dekanat, Gewerkschaft und Katholische Arbeitnehmer und heute feiern wir den Tag der christlichen Arbeit.

Arbeit macht Sinn, sagen wir in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung. Es geht nicht zuerst um Gewinn und um immer schneller und immer mehr an Konsum, Unterhaltung, Erreichbarkeit und Kommunikation. Wir Christen gestalten, was Gott uns schenkt, gleichen Ungerechtigkeiten aus, wollen von unserer eigenen Hände Arbeit leben, nehmen für- und miteinander die Zukunft in die Hand. Aber manchmal brauchen wir auch, was unterbricht, brauchen stehenbleiben, staunen, genießen und danken.

Wir brauchen dieses „Sorgt euch um nichts“, diesen Tag, an dem es mal gechillt zugeht, an dem der Stress ruht, an dem sogar Gott selber ruht. Wir brauchen diesen Tag, an dem Gott eingreift zu unseren Gunsten. So feiern wir Auferstehung, Sonntag für Sonntag, feiern Gottes Nähe in unserem Leben, mit Gottesdienst und Beten, mit Sofa und Familie, mit Wald und mit Freunden.

Was edel, liebenswert und ansprechend ist, ist mehr als Konsum und anders als Gewinn. Einen Tag zum Aufatmen und Genießen können wir nicht bezahlen. Den hat Gott uns geschenkt, den Sonntag.

Sorgt euch also um nichts an diesem Sonntag. Bleiben wir mit Gott verbunden, auch in unseren Nöten. Sein Friede wird uns erfüllen. 

Pfarrer Walter Henkes